Es ist sinnvoll, die Lage am Ausbildungsmarkt stets aus zwei Perspektiven zu betrachten: aus individueller Sicht der jungen Menschen, die am Übergang von der Schule jedes Jahr neu ins Berufsleben starten, und aus Sicht der Unternehmen, die hier häufig über langjährige Erfahrungen verfügen.
Was macht die duale Ausbildung attraktiv? Wünsche von jungen Menschen und Angebote von Unternehmen im Vergleich
Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Es ist sinnvoll, die Lage am Ausbildungsmarkt stets aus zwei Perspektiven zu betrachten: aus individueller Sicht der jungen Menschen, die am Übergang von der Schule jedes Jahr neu ins Berufsleben starten, und aus Sicht der Unternehmen, die hier häufig über langjährige Erfahrungen verfügen.
Ein junger Mensch erlebt diesen Übergang also nur einmal, wohingegen er für Unternehmen eine wiederkehrende Erfahrung darstellt. Ein gelingender und nachhaltiger Übergang in Ausbildung ist zweifellos eine Win-win-Situation, von der Jugendliche wie Unternehmen profitieren. Um die bestehenden Herausforderungen besser zu verstehen, lohnt es sich daher, beide Perspektiven gemeinsam zu betrachten, um Stolpersteine und Erfolgsfaktoren herauszuarbeiten. Dabei werden die beiden Seiten der Begegnung am Ausbildungsmarkt – Berufsorientierung und Berufswahl aus Sicht der jungen Menschen sowie Ausbildungsmarketing und Bewerbermanagement aus Sicht der Unternehmen – gespiegelt. Angesichts einer nunmehr seit Jahren konjunkturell angespannten Lage und tiefgreifender struktureller Veränderungen steht die deutsche Wirtschaft vor erheblichen Herausforderungen im internationalen Wettbewerb. Der demografische Wandel verschärft die Situation zusätzlich: Das Arbeitskräftepotenzial sinkt langfristig, weil die Babyboomer den Arbeitsmarkt verlassen. Der Fachkräftemangel erweist sich als strukturelles Problem. Umso problematischer ist es, dass Angebot und Nachfrage am Ausbildungsmarkt weiterhin nicht passgenau zusammenfinden (Weller et al., 2025) – trotz zahlreicher offener Ausbildungsplätze und vieler ausbildungsinteressierter Jugendlicher.
Auch für junge Menschen ist die Situation herausfordernd: Angesichts eines breiten Angebots an Ausbildungsmöglichkeiten fällt die berufliche Orientierung häufig schwer. Die seit Jahren hohe Vertragslösungsquote deutet darauf hin, dass viele Jugendliche zum einen nicht auf Anhieb eine gute Passung zwischen ihren Erwartungen, Potenzialen, Talenten und den realen Bedingungen und Anforderungen der Ausbildung finden und ihnen zum anderen viele Optionen für einen Wechsel offenstehen. Besonders betroffen sind jene, denen nicht nur der Einstieg schwer gelingt, sondern die langfristig keinen berufsqualifizierenden Abschluss erwerben. Zwar ist ihre Erwerbsbeteiligung in den vergangenen Jahren gestiegen, doch sie sind häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen und erzielen im Schnitt deutlich geringere Einkommen (Stüber, 2022). Studien zeigen, dass eine abgeschlossene Berufsausbildung nach wie vor den besten Schutz vor Arbeitslosigkeit und instabiler Erwerbstätigkeit bietet (Burstedde et al., 2025)
Was macht die duale Ausbildung attraktiv? Wünsche von jungen Menschen und Angebote von Unternehmen im Vergleich
Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Berufliche Bildung unter Druck: Mit Zukunftsmut die Transformation gestalten
Im nunmehr vierten Jahr der aktuellen Konjunktur- und Standortkrise geraten Arbeitsmarkt und Berufliche Bildung zunehmend unter Druck.
IW
Fortbildung als überzeugende Erwerbs -, Verdienst - und Karriereperspektive
Die Höhere Berufsbildung ist ein eigenständiger Bildungsweg, der auf einer anerkannten Berufsausbildung aufsetzt und in Analogie zu Bachelor- und Masterabschlüssen an Hochschulen eigenständige berufliche Karriereperspektiven eröffnet.
IW