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Gutachten 21. Januar 2026 Franziska Arndt / Paula Risius / Lydia Malin / Valeria Quispe unter Mitarbeit von Katja Pöttker KOFA-Studie 2/2026: Fachkräftemangel in KMU: Unterschiede nach Betriebsgrößenklassen

71,7 Prozent der Fachkräftelücke entfällt auf kleine und mittlere Unternehmen. Somit ist der Fachkräftemangel mit über 281.000 fehlenden Fachkräften in KMU besonders groß.

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Fachkräftemangel in KMU: Unterschiede nach Betriebsgrößenklassen
Gutachten 21. Januar 2026 Franziska Arndt / Paula Risius / Lydia Malin / Valeria Quispe unter Mitarbeit von Katja Pöttker

KOFA-Studie 2/2026: Fachkräftemangel in KMU: Unterschiede nach Betriebsgrößenklassen

Franziska Arndt / Paula Risius / Lydia Malin / Valeria Quispe unter Mitarbeit von Katja Pöttker Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

71,7 Prozent der Fachkräftelücke entfällt auf kleine und mittlere Unternehmen. Somit ist der Fachkräftemangel mit über 281.000 fehlenden Fachkräften in KMU besonders groß.

In vielen medizinischen, pflegenden und baurelevanten Berufen treffen die Engpässe KMU besonders stark. Hinzu kommt, dass der Wettbewerb mit Großunternehmen um qualifiziertes Personal in der Kinderbetreuung, der Sozialarbeit und der Bauplanung sehr ausgeprägt ist.

Für eine starke Arbeitgebermarke können KMU ihre Betriebsgröße als Vorteil einsetzen und so ihre Attraktivität für Fachkräfte erhöhen.

KMU und Großunternehmen beschäftigten unterschiedliche Berufe

KMU sind für den Wirtschaftsstandort Deutschland entscheidend, da sie den Großteil der Betriebe ausmachen und der Arbeitgeber für rund zwei Drittel aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sind. Im Vergleich mit Großunternehmen zeigt sich:

  • In KMU sind vor allem Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung beschäftigt, in Großunternehmen abreiten mehr akademisch Qualifizierte.
  • Typische Berufe in KMU sind Handwerks- und Gesundheitsberufe, beispielsweise in der Zahnmedizin oder der Altenpflege. In Großbetriebe arbeiten besonders viele Fachkräfte der öffentlichen Verwaltung sowie Krankenhauspersonal. 
  • Die Beschäftigungszahl stieg in den letzten Jahren in Großunternehmen stärker als in KMU, vor allem durch eine vermehrte Rekrutierung an Expertinnen und Experten mit Masterabschluss oder Diplom. Allerdings gibt es in den letzten Jahren insgesamt mehr Großunternehmen und weniger Kleinunternehmen. 

Viele Engpässe treffen KMU besonders stark

In KMU fehlten zwischen Juli 2024 und Juni 2025 insgesamt 281.532 Fachkräfte, in Großunternehmen waren es 111.240. Somit entfielen rund sieben von zehn aller rechnerisch nicht besetzbaren offenen Stellen auf KMU. In Kleinbetrieben fehlten die meisten Köpfe. Das hängt vor allem damit zusammen, dass die Nachfrage in KMU besonders groß ist: Rund drei Viertel aller offenen Stellen wurden zuletzt in KMU ausgeschrieben, fast die Hälfte davon in Kleinbetrieben.  

Viele Engpässe treffen KMU besonders stark, insbesondere in Berufen, die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen. So entfallen rund 90 Prozent der Engpässe unter ausgebildeten Fachkräften der Bauelektrik, der Altenpflege und der Zahnmedizin auf KMU. Mit großen Engpässen unter Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie akademisch qualifizierten Führungskräfte in Bau und Architektur ist auch in einigen höherqualifizierten Berufen die Fachkräftelücke in KMU besonders ausgeprägt.

In diesen Berufen ist der Wettbewerb mit Großunternehmen besonders groß

In einigen Engpassberufen ist die Fachkräftelücke ähnlich zwischen den Betriebsgrößenklassen verteilt. Diese Berufe gehören sowohl in KMU als auch in Großunternehmen zu den Top-Engpassberufen, sodass der Wettbewerb um Fachkräfte besonders ausgeprägt ist. Zu diesen Engpassberufen zählen vor allem:

  • Kinderbetreuung und -erziehung (Spezialistenniveau mit Aus- bzw. Weiterbildung)
  • Sozialarbeit und -pädagogik (Expertenniveau mit Masterabschluss bzw. Diplom)
  • Bauplanung und -überwachung (Expertenniveau mit Masterabschluss bzw. Diplom)

In diesen Berufen stehen KMU unter erheblichem Druck, Fachkräfte zu gewinnen und sich im Wettbewerb gegen Großunternehmen zu behaupten.

Strategien zur Fachkräftegewinnung und -bindung in KMU

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, sollten KMU ihre Arbeitgeberattraktivität durch Employer Branding gezielt stärken. Für eine starke Arbeitgebermarke können KMU ihre Betriebsgröße als Vorteil einsetzen:

Neben einer starken Arbeitgebermarke ist die duale Berufsausbildung im Betrieb eine zentrale Säule der Nachwuchssicherung. Daher sollten KMU zielgruppenspezifisches Ausbildungsmarketing betreiben und Fördermaßnahmen zur Unterstützung von Auszubildenden nutzen. Da viele der Beschäftigten in KMU in Helfertätigkeiten arbeiten, kann es sich darüber hinaus lohnen zu prüfen, inwiefern diese zu Fachkräften nachqualifiziert werden können und welche weiteren Potenziale für Quereinstiege bestehen.

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Fachkräftemangel in KMU: Unterschiede nach Betriebsgrößenklassen
Gutachten 21. Januar 2026 Franziska Arndt / Paula Risius / Lydia Malin / Valeria Quispe unter Mitarbeit von Katja Pöttker

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