Nach einem starken wirtschaftlichen Abschwung bis Ende des Jahres 2025 hat in den letzten Quartalen das Wachstum des BIP leicht zugenommen. Die leichte Aufhellung der konjunkturellen Lage zeigt sich auch stückweit bei der Nachfrage am Arbeitsmarkt in den Ingenieur- und Informatikberufen.
Ingenieurmonitor 2026/II: Der regionale Arbeitsmarkt in den Ingenieurberufen – Perspektiven in den Regionen
Gutachten für den Verein Deutscher Ingenieure e.V.
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Nach einem starken wirtschaftlichen Abschwung bis Ende des Jahres 2025 hat in den letzten Quartalen das Wachstum des BIP leicht zugenommen. Die leichte Aufhellung der konjunkturellen Lage zeigt sich auch stückweit bei der Nachfrage am Arbeitsmarkt in den Ingenieur- und Informatikberufen.
Im dritten Quartal 2026 stieg erstmals seit vielen Quartalen die Gesamtzahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr wieder um 5,9 Prozent auf 105.340. Dabei gibt es erhebliche Unter-schiede zwischen den einzelnen Berufsfeldern: Während die Zahl der offenen Stellen in den sonstigen Ingenieurberufen um 17,5 Prozent abnahm, verzeichneten die Informatikberufe eine Zunahme um 10,3 Prozent und die Ingenieurberufe Technische Forschung und Produktionssteuerung eine Zunahme um 7,5 Prozent. Positiv: Diese beiden Berufsgruppen bilden die größten Segmente in den Ingenieur- und Informatikberufen mit zusammen 62 Prozent.
Die ersten positiven Konjunktursignale haben jedoch noch zu keiner Trendwende am Arbeitsmarkt geführt. Bei den Arbeitslosenzahlen bleiben die Entwicklungen negativ. Im dritten Quartal 2026 waren im Durchschnitt 65.427 Personen auf der Suche nach einer Anstellung in Ingenieur- oder Informatikberufen. Dies entspricht einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 13,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und stellt den höchsten Wert seit Beginn der Erhebungen des Ingenieurmonitors im Jahr 2011 dar. Auch hier zeigt sich ein unterschiedlicher Trend je nach Berufsfeld: Während die Arbeitslosigkeit in den Bauingenieurberufen nur um 3 Prozent anstieg, erhöhte sie sich in den Ingenieurberufen Technische Forschung und Produktionssteuerung um 19,3 Prozent und in den Ingenieurberufen Energie- und Elektrotechnik um 15,0 Prozent. Wichtig zur Einordnung der Zahlen ist, dass die Beschäftigung im Ingenieurbereich seit 2011 insgesamt in etwa so stark gewachsen ist wie die Arbeitslosigkeit, was zu einer insgesamt weiterhin niedrigen Arbeitslosenquote führt.
Die Engpasskennziffer für Ingenieur- und Informatikberufe ergibt sich, wenn man die Anzahl der offenen Stellen ins Verhältnis zur Anzahl der Arbeitslosen setzt. Im dritten Quartal 2026 lag diese Kennziffer bei 161 offenen Stellen pro 100 Arbeitslosen und zeigt einen Fachkräfteengpass auf – auch wenn der Wert im Vorjahr mit 173 noch leicht höher war. Die größten Engpässe bestehen in den Bauingenieurberufen (318 offene Stellen je 100 Arbeitslosen), gefolgt von den Ingenieurberufen Energie- und Elektrotechnik (238) sowie den Ingenieurberufen Maschinen- und Fahrzeugtechnik (174). Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Engpässe in den Regionen Nord (+10,3 Prozent), Berlin/Brandenburg (+5,2 Prozent) und Sachsen (+3,8 Prozent) zu. Die größten Rückgänge verzeichneten Bayern (-16,1 Prozent) und NRW (-12,3 Prozent).
Betrachtet man die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, so nimmt diese in den Ingenieur- und Informatikberufen von Ende 2012 bis Ende 2025 stark um 59,0 Prozent von 968.702 auf 1.540.170 zu. Von Ende 2024 bis Ende 2025 betrug diese Zunahme nur 5.200 bzw. 0,3 Prozent. Im Jahr 2025 gab es in über 150 der 400 Kreise in Deutschland in den Informatikberufen eine Beschäftigungszunahme von mehr als 5 Prozent. Dies traf auch auf über 80 Kreise in den Bauingenieurberufen zu. Während in beiden Gruppen die Anzahl der Kreise mit gleich hohen Beschäftigungsverlusten deutlich kleiner waren, ist bei den industrienahen Ingenieurberufen eine andere Tendenz beobachtbar. Erstmals seit vielen Jahren gab es bei über 50 Kreisen einen hohen Beschäftigungsverlust von mehr als 5 Prozent und nur bei unter 40 Kreisen einen entsprechenden Gewinn. Aggregiert man die Kreise zu Wirtschaftsräumen und betrachtet die Patentstruktur der Regionen nach Branchen, so fällt auf, dass in allen forschungsstarken Autoregionen Beschäftigungsverluste in den industrienahen Ingenieurberufen zu verzeichnen waren, während in forschungsstarken Elektroregionen, Regionen mit sonstigem Fahrzeugbau oder Forschungsschwerpunkten im Bereich der Militärtechnik und in Teilen der Erneuerbaren Energien weiterhin teilweise hohe Beschäftigungs-gewinne in den industrienahen Ingenieurberufen zu verzeichnen waren.
Ingenieurmonitor 2026/II: Der regionale Arbeitsmarkt in den Ingenieurberufen – Perspektiven in den Regionen
Gutachten für den Verein Deutscher Ingenieure e.V.
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
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IW
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IW