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Externe Veröffentlichung 28. Juli 2026 Dominik H. Enste / Jennifer Potthoff / Katharina Werner Was stärkt Demokratien? Fundamente, Zusammenhänge und Empfehlungen im Ländervergleich

Mittlerweile leben Dreiviertel der Weltbevölkerung in Autokratien. Liberale Demokratien geraten immer mehr unter Druck. Auch bei uns wächst die Zahl derer, die demokratische Strukturen für ineffizient und überbürokratisch halten.

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Was stärkt Demokratien? Fundamente, Zusammenhänge und Empfehlungen im Ländervergleich
Externe Veröffentlichung 28. Juli 2026 Dominik H. Enste / Jennifer Potthoff / Katharina Werner

Was stärkt Demokratien? Fundamente, Zusammenhänge und Empfehlungen im Ländervergleich

Roman Herzog Institut e.V. (Hrsg.)

Dominik H. Enste / Jennifer Potthoff / Katharina Werner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mittlerweile leben Dreiviertel der Weltbevölkerung in Autokratien. Liberale Demokratien geraten immer mehr unter Druck. Auch bei uns wächst die Zahl derer, die demokratische Strukturen für ineffizient und überbürokratisch halten.

In den vergangenen Jahrzehnten galt die weltweite Ausbreitung demokratischer Regierungsformen als nahezu irreversibler Trend. Huntington (1991) beschrieb diese Entwicklung als »dritte Welle« der Demokratisierung, wies jedoch bereits selbst auf mögliche Gegenbewegungen hin. Ungeachtet dieser Warnung hatten Demokratisierungswellen dazu geführt, dass gegen Ende des 20. Jahrhunderts mehr Staaten demokratisch verfasst waren als je zuvor in der Geschichte.

»Wandel durch Handel« war ein Narrativ, das mit der Hoffnung verbunden war, die Globalisierung werde autoritäre Staaten schrittweise in liberale Marktwirtschaften mit demokratischen Strukturen verwandeln. Am deutlichsten gescheitert ist das Konzept sicherlich mit Blick auf China und Russland. Anders als erhofft, haben sich beide Länder nicht zu demokratischen Marktwirtschaften entwickelt. Stattdessen ist China ein autokratischer Staatskapitalismus mit einer Einparteienregierung geblieben. Russland ist in den vergangenen Jahren in eine oligarchisch geprägte Autokratie gekippt, deren Wirtschaft immer abhängiger von Rüstungsausgaben und Rohstoffexporten wird.

Demokratien stehen nicht nur in asiatisch pazifischen und zentralasiatischen Regionen sowie in Lateinamerika unter Druck, sondern auch in Europa. Es ist eine Transformation liberaler Demokratien zu autoritärer Allein oder Ein-Parteien-Herrschaft zu beobachten. Die Anzeichen für eine Krise oder zumindest Erosion demokratischer Ordnungen mehren sich überall: Autokratische Tendenzen in etablierten Demokratien, die Konsolidierung hybrider Regime und die partielle Rückabwicklung demokratischer Reformen werfen die Frage auf, von welchen Bedingungen die Stabilität und Leistungsfähigkeit von Demokratien abhängen. Um zu erklären, warum einige Demokratien resilient sind, während andere scheitern oder deformiert werden, reicht ein enger institutioneller Blick nicht aus.

Aufbauend auf Arbeiten zur sozialwissenschaftlichen Kapitaltheorie, zur Bedeutung von Sozialkapital für Demokratien und auf multikapitalen Ansätzen in der Wohlfahrts-, Nachhaltigkeits- und Glücksforschung wird ein erweitertes Kapitalmodell entfaltet. Es unterscheidet heuristisch sieben Kapitalarten und versucht, diese sowohl theoretisch als auch empirisch mit gelingender Demokratie zu verknüpfen – über die in der empirischen Demokratieforschung bisher untersuchten Voraussetzungen hinaus.
 

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Roman Herzog Institut e.V. (Hrsg.)

Dominik H. Enste / Jennifer Potthoff / Katharina Werner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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