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Gutachten 13. April 2026 Christina Anger / Julia Betz / Axel Plünnecke Nutzung digitaler Medien von Kindern und Jugendlichen

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird es für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland immer wichtiger, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland die bestmögliche Bildung erhalten, um sich später erfolgreich am Arbeitsmarkt positionieren zu können.

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Nutzung digitaler Medien von Kindern und Jugendlichen
Gutachten 13. April 2026 Christina Anger / Julia Betz / Axel Plünnecke

Nutzung digitaler Medien von Kindern und Jugendlichen

Gutachten für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)

Christina Anger / Julia Betz / Axel Plünnecke Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird es für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland immer wichtiger, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland die bestmögliche Bildung erhalten, um sich später erfolgreich am Arbeitsmarkt positionieren zu können.

Psychische Belastungen während der Schulzeit stellen hierbei einen bislang zu wenig beachteten Risikofaktor dar. Im Laufe der Corona-Pandemie haben diese Belastungen deutlich zugenommen und in verschiedenen Bereichen bislang noch nicht wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht, sodass ein erheblicher Anteil von Kindern und Jugendlichen gegenwärtig psychisch belastet ist. Parallel dazu ist ein deutlicher Rückgang der durchschnittlichen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu beobachten. Diese Entwicklung zeigt sich sowohl in der PISA-Studie als auch in den IQB-Studien. Darüber hinaus hat sich das Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Basierend auf verschiedenen Befragungen kann gezeigt werden, dass insbesondere die Zeit, die für digitale Spiele, für die Nutzung des Internets oder sozialer Medien verwendet wird, deutlich angestiegen ist. Im Gegenzug steht weniger Zeit für schulische Aufgaben, persönliche Treffen mit Freundinnen und Freunden, das Lesen oder für spielerische Aktivitäten drinnen oder draußen zur Verfügung. 

Auf der Basis einer Literaturanalyse sowie eigener Auswertungen des PISA-Datensatzes wird untersucht, in wieweit ein Zusammenhang zwischen der zunehmenden Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche einerseits und dem Anstieg psychischer Belastungen sowie abnehmender Bildungskompetenzen andererseits besteht. Dabei muss zunächst festgehalten werden, dass viele der betrachteten Studien zwar statistische Zusammenhänge zwischen diesen Entwicklungen zeigen können, es können jedoch weitgehend keine eindeutigen Kausalitäten bestimmt werden. Hier ist weiterer Forschungsbedarf vorhanden. 

Zunächst kann bereits der zeitliche Umfang der Nutzung sozialer Medien negative Auswirkungen auf die Kin der und Jugendlichen haben. Ein Teil von ihnen verwendet so hohe zeitliche Ressourcen für entsprechende Angebote, dass von einem suchtähnlichen Nutzungsverhalten gesprochen werden kann. Die Entwicklung einer übermäßigen und mitunter gesundheitsschädlichen Mediennutzung wird dabei auch auf die Ausgestaltung der digitalen Apps und Spiele zurückgeführt. Diese enthalten teilweise Elemente, die die Nutzerinnen und Nutzer zu einer möglichst langen Verweildauer animieren sollen. Insbesondere Kinder und Jugendliche sind häufig noch nicht dazu in der Lage, diese Mechanismen zu durchschauen. In der Folge haben sie Schwierigkeiten mit der Selbstregulation. Oftmals möchten sie den Konsum digitaler Spiele und sozialer Medien einschränken, es gelingt ihnen aber nicht. Vielfach setzen auch die Eltern ihren Kindern kaum Grenzen beim Umfang der Mediennutzung.

Neben einer langen Nutzungsdauer können auch die Inhalte, mit denen Kinder und Jugendliche in den sozialen Medien konfrontiert werden, sowie die veränderten digitalen Interaktionsformen negative Auswirkungen auf ihre mentale Gesundheit haben. Zwar werden soziale Medien auch mit positiven Effekten wie einer stärkeren sozialen Teilhabe in Verbindung gebracht, doch viele Studien weisen auf potenzielle Risiken hin. Viele Kinder und Jugendliche stoßen bei einer unkontrollierten Nutzung digitaler Medien auf altersunangemessene Inhalte, die sie häufig noch nicht adäquat einordnen oder kritisch bewerten können. Solche Inhalte können Ängste auslösen oder als belastend und unangenehm empfunden werden. Darüber hinaus können Kinder und Jugendlichen ebenfalls mit unfreundlichen oder beleidigenden Nachrichten oder Kommentaren konfrontiert sein. Diese negativen Erfahrungen mit digitalen Medien können eine große Herausforderung für 4 Nutzung digitaler Medien von Kindern und Jugendlichen Kinder und Jugendliche darstellen und mit verschiedenen psychischen Belastungen verbunden werden. Verschiedene Studien legen dar, dass eine hohe Nutzung der sozialen Medien mit digitalem Stress, Einsamkeitsgefühlen, Aufmerksamkeitsdefiziten, Schlafproblemen, Angstzuständen oder depressiven Symptomen verbunden sein kann. Eine eindeutige kausale Beziehung lässt sich jedoch in den vorliegenden Studien häufig nicht zeigen. Ergänzend zeigen weitere Untersuchungen, dass eine Reduktion der Nutzungsdauer von sozialen Medien zu einer Verbesserung des Wohlbefindens führen kann.

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Nutzung digitaler Medien von Kindern und Jugendlichen
Gutachten 13. April 2026 Christina Anger / Julia Betz / Axel Plünnecke

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