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Axel Plünnecke Gutachten 21. September 2021 Ingenieurmonitor 2021/II: Der regionale Arbeitsmarkt in den Ingenieurberufen

Nachdem die Corona-Krise vor allem im dritten Quartal 2020 noch deutlich negative Spuren auf dem Ingenieurarbeitsmarkt hinterlassen hat, zeigen sich dort am aktuellen Rand im ersten und vor allem im zweiten Quartal 2021 deutlich positive Signale auf die Nachfrage.

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Der regionale Arbeitsmarkt in den Ingenieurberufen
Axel Plünnecke Gutachten 21. September 2021

Ingenieurmonitor 2021/II: Der regionale Arbeitsmarkt in den Ingenieurberufen

Gutachten für den Verein Deutscher Ingenieure e.V.

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Nachdem die Corona-Krise vor allem im dritten Quartal 2020 noch deutlich negative Spuren auf dem Ingenieurarbeitsmarkt hinterlassen hat, zeigen sich dort am aktuellen Rand im ersten und vor allem im zweiten Quartal 2021 deutlich positive Signale auf die Nachfrage.

Betrug die Gesamtzahl der offenen Stellen in den Ingenieur- und Informatikerberufen im dritten Quartal 2020 noch 95.900 und sank im vierten Quartal 2020 auf 92.400, so stieg die Nachfrage im ersten Quartal 2021 auf 102.500 und im zweiten Quartal 2021 auf 117.150. Damit lag im zweiten Quartal 2021 die Gesamtzahl der offenen Stellen über dem langfristigen Durchschnitt der zweiten Quartale von 2015 bis 2019 in Höhe von 116.600.

Etwas zeitverzögert reagiert die Entwicklung bei den Arbeitslosen in den Ingenieur- und Informatikerberufen. Die Zahl der Arbeitslosen betrug im dritten Quartal 2020 rund 46.100 und blieb auf ähnlichem Niveau bis zum ersten Quartal 2021 mit 46.200 und sank dann deutlich im zweiten Quartal 2021 auf 42.400. Für das kommende Quartal ist mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit zu rechnen.

Vor diesem Hintergrund sind die Engpässe am Arbeitsmarkt im zweiten Quartal 2021 wieder deutlich gestiegen. Kamen rechnerisch auf 100 Arbeitslose im dritten Quartal 2020 noch 208 offene Stellen und im vierten Quartal 2020 insgesamt 203, so stieg die Engpasskennziffer im ersten Quartal 2021 auf 222 und im zweiten Quartal auf 277. Besonders groß sind dabei die Engpässe in den Ingenieurberufen Bau/Vermessung/Gebäudetechnik und Architektur, gefolgt von den Ingenieurberufen Energie- und Elektrotechnik und den Informatikerberufen. Engpässe – wenn auch auf geringerem Niveau – bestehen auch in allen anderen Ingenieurberufen.

Betrachtet man die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, so verdeutlicht der Zeitraum zwischen Ende März 2020 und Ende Dezember 2020, dass die mit der Corona-Krise verbundene starke konjunkturelle Eintrübung zwar den Umfang offener Stellen reduziert und die Gesamtzahl an Arbeitslosen in diesem Zeitraum erhöht hat, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den Ingenieur- und Informatikerberufen aber selbst in diesem Zeitraum weiter gestiegen ist. Die Zunahme betrug 3,2 Prozent in den Informatikerberufen, 2,2 Prozent in den Bauingenieurberufen und lag bei den Ingenieur-berufen Technische Forschung und Produktionssteuerung und den Ingenieurberufen Maschinen- und Fahrzeugtechnik jeweils bei 0,2 Prozent.

Strukturell zeigt sich über einen Zeitraum von acht Jahren – von Ende 2012 bis Ende 2020 –, dass die Beschäftigung besonders stark in den Informatikerberufen mit einem Plus von 93,9 Prozent gestiegen ist. Besonders groß war dabei das Beschäftigungswachstum in Berlin/Brandenburg und Bayern. Am zweitstärksten nahm die Beschäftigung in den Ingenieurberufen Bau/Vermessung/Gebäudetechnik und Architektur mit 38,8 Prozent zu, auch hier war die Beschäftigungsdynamik in Berlin/Brandenburg und Bayern am höchsten.

Die höchste Bedeutung hat die Beschäftigung in Ingenieur- und Informatikerberufen in Bayern und Baden-Württemberg. Am höchsten ist der Anteil der Informatiker an allen Beschäftigten mit 1,6 Prozent in Bayern, gefolgt von Baden-Württemberg und Berlin/Brandenburg mit je 1,3 Prozent (darunter: Berlin mit 1,8 Prozent). Besonders niedrig ist hingegen die Quote in Sachsen-Anhalt/Thüringen mit 0,45 Prozent. In den Ingenieurberufen finden sich die höchsten Beschäftigtenanteile mit 3,8 Prozent in Baden-Württemberg und mit 3,6 Prozent in Bayern. In Sachsen-An-halt/Thüringen sind die Anteile wiederum vergleichs-weise gering.

Auch bei den Kreisen mit den höchsten Anteilen an Informatiker*innen und Ingenieur*innen an allen Beschäftigten dominieren mit wenigen Ausnahmen die süddeutschen Regionen. Bei den Informatiker*innen liegen Erlangen, Karlsruhe und München an der Spitze, bei den Ingenieuren Wolfsburg, Böblingen und Ingolstadt.

Künftig dürfte die Beschäftigung in den Ingenieur- und Informatikerberufen weiter zunehmen. Unternehmensbefragungen zeigen, dass viele Unternehmen zur Entwicklung klimafreundlicher Produkte in den kommenden fünf Jahren einen Mehrbedarf an Informatiker*innen und Ingenieur*innen haben. Dazu kommt ein steigender Bedarf durch die Digitalisierung.

 

 

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Der regionale Arbeitsmarkt in den Ingenieurberufen
Axel Plünnecke Gutachten 21. September 2021

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