1. Home
  2. Studien
  3. IHK Arbeitsmarktradar Bayern 2025: Berufe, Regionen und Branchen im Blick
Gutachten 7. April 2025 Alexander Burstedde / Valeria Quispe / Fritz Orange IHK Arbeitsmarktradar Bayern 2025: Berufe, Regionen und Branchen im Blick

Der IHK-Arbeitskräfteradar zeichnet ein detailliertes Bild des bayerischen Arbeitsmarktes für das Jahr 2028. Dafür werden die Trends der Jahre 2017 bis 2023 fortgeschrieben. Die Ergebnisse sind nicht als Prognose, sondern eher als Szenario für das Jahr 2028 zu verstehen, das sich ergibt, wenn es so weitergeht wie bisher.

Download pdf
Berufe, Regionen und Branchen im Blick
Gutachten 7. April 2025 Alexander Burstedde / Valeria Quispe / Fritz Orange

IHK Arbeitsmarktradar Bayern 2025: Berufe, Regionen und Branchen im Blick

Gutachten im Auftrag des Bayerischen Industrie- und Handelskammertag e. V. (BIHK)

Alexander Burstedde / Valeria Quispe / Fritz Orange Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Der IHK-Arbeitskräfteradar zeichnet ein detailliertes Bild des bayerischen Arbeitsmarktes für das Jahr 2028. Dafür werden die Trends der Jahre 2017 bis 2023 fortgeschrieben. Die Ergebnisse sind nicht als Prognose, sondern eher als Szenario für das Jahr 2028 zu verstehen, das sich ergibt, wenn es so weitergeht wie bisher.

Die Studie betrachtet den Arbeitsmarkt aus Arbeitgebersicht und fokussiert sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, lässt also unter anderem Beamte und Selbstständige außen vor. Bayern leidet schon seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2010 unter einem ausgeprägten Arbeitskräftemangel. Dieser war stets stärker als im deutschen Durchschnitt. Wenn die bisherigen Trends sich weiter fortsetzen, könnte die Arbeitskräftelücke in Bayern von 2023 bis 2028 von 160.974 auf 221.879 steigen. Dann wären rechnerisch 53,1 Prozent aller offenen Stellen nicht zu besetzen, weil es keine passend qualifizierten Arbeitslosen gibt (Stellenüberhangsquote). 2022 gab es erstmals eine nennenswerte Lücke bei Geringqualifizierten, die weiter steigen dürfte. Ihr Anteil an der Arbeitskräftelücke dürfte langsam zunehmen (7,0 Prozent in 2028). Ohne den Arbeitskräftemangel könnte die Wertschöpfung im Jahr 2028 in Bayern 24,2 Mrd. Euro beziehungsweise 3,5 Prozent höher liegen (in Preisen von 2023). Auch das Beschäftigungswachstum wird durch den bestehenden Arbeitskräftemangel gebremst.

Die Arbeitskräftelücke liegt damit perspektivisch noch höher als in der letztjährigen Fortschreibung angenommen. Dies geht auch darauf zurück, dass die Arbeitskräftelücke in Bayern von 2022 auf 2023 gestiegen ist, obwohl die Konjunktur bereits schwächelte. Dies kann auf veränderte Qualifikationsanforderungen im Strukturwandel hinweisen. Umso wichtiger wird die Weiterbildung der Beschäftigten. Dazu können Unternehmen neue Fördermaßnahmen der Arbeitsagenturen nutzen, die noch kaum bekannt sind. Stärker als bei der Arbeitskräftelücke zeigt sich die Konjunkturschwäche in der Beschäftigungsentwicklung. Die strukturellen Wachstumstrends haben sich hier verlangsamt, was sich auch in den Fortschreibungsergebnissen widerspiegelt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (ohne Auszubildende, Jahresdurchschnitt) könnte zwischen 2023 und 2028 von 5.684.877 auf 6.025.144 steigen, was einem Zuwachs von 6,0 Prozent entspricht. Dieses Wachstum fällt jedoch geringer aus als in der letztjährigen Fortschreibung (8,6 Prozent von 2022 bis 2027). Dies geht hauptsächlich darauf zurück, dass die Partizipationsquote der Ausländer im Trend weniger stark steigt, während die Arbeitslosigkeit stärker steigt als letztes Jahr angenommen. Da zusätzliche Arbeitslose häufig nicht die gefragten Qualifikationen aufweisen, reduzieren diese die Arbeitskräftelücke eher wenig. Wenn die Integration von Ausländern in den Arbeitsmarkt hingegen ins Stocken gerät, erhöht das den Arbeitskräftemangel.

Download pdf
Berufe, Regionen und Branchen im Blick
Gutachten 7. April 2025 Alexander Burstedde / Valeria Quispe / Fritz Orange

IHK Arbeitsmarktradar Bayern 2025: Berufe, Regionen und Branchen im Blick

Gutachten im Auftrag des Bayerischen Industrie- und Handelskammertag e. V. (BIHK)

Alexander Burstedde / Valeria Quispe / Fritz Orange Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Führungskraft der Babyboomer-Generation mit Briefing im Büro mit ihrem Team.
Gutachten 6. Juli 2026 Jurek Tiedemann / Franziska Arndt unter Mitarbeit von Katja Pöttker

Ältere Beschäftigte im Unternehmen halten

Der demografische Wandel verändert die Personalplanung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Jurek Tiedemann / Franziska Arndt unter Mitarbeit von Katja Pöttker IW

Artikel lesen
Gutachten 1. Juli 2026 Philip Herzer / Gero Kunath

Fachkräftereport März 2026 – Weniger Engpässe in Sozialberufen, mehr bei Infrastruktur und Verteidigung

Die anhaltend schwache Konjunktur belastet zunehmend den Arbeitsmarkt. Im März 2026 gab es mehr arbeitslose qualifizierte Arbeitskräfte und weniger offene Stellen als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenzahl überstieg mit rund 1,3 Millionen die Zahl offener Stellen von 1,1 Millionen dabei deutlich.

Philip Herzer / Gero Kunath IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880