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Regionale Handelsabkommen Pressemitteilung Nr. 20 3. Mai 2005

Zahl der Bündnisse seit 1990 verfünffacht

Ungeachtet der Bemühungen der Welthandelsorganisation (WTO) um einen globalen Abbau der Hürden im internationalen Waren- und Dienstleistungsverkehr gehören die meisten Staaten inzwischen einem oder mehreren regionalen Handelsbündnissen an.

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Die Zahl dieser Zusammenschlüsse wächst rasant – waren zu Beginn der neunziger Jahre erst rund 30 regionale Handelsabkommen bei der WTO gemeldet und in Kraft, sind es heute fünfmal so viele. Die WTO schätzt, dass inzwischen rund die Hälfte des Welthandels innerhalb dieser Bündnisse abgewickelt wird. Die Wohlfahrtswirkungen dieses Trends sind nicht eindeutig festzustellen. Auf der einen Seite tragen auch räumlich begrenzte Abkommen dazu bei, Handelsbarrieren abzutragen.

Dadurch fördern sie den Güteraustausch zwischen den beteiligten Staaten, was meist zu einem Wohlstandsplus führt. Auf der anderen Seite bleiben bei regionalen Abkommen viele Länder außen vor. Dies bringt unter Umständen aber auch für die Bündnisstaaten Nachteile mit sich – wenn nämlich die außerhalb der Handelszone ansässigen Wettbewerber deutlich günstigere Produkte anbieten könnten, der Vorteil aber durch den Zollaufschlag verloren geht. Problematisch ist zudem,dass mit dem immer dichteren Bündnisgeflecht vor allem für kleinere Unternehmen die Vielfalt der beim Export zu beachtenden Bestimmungen kaum noch zu durchblicken ist. Dies treibt die mit dem Welthandel verbundenen Transaktionskosten in die Höhe. Außerdem zieht ein Abkommen häufig weitere nach sich – wenn etwa die USA Handelsverträge mit Chile oder Mexiko schließen und die EU dann dasselbe tut, um beim Export in diese Länder nicht ins Hintertreffen zu geraten. Ein solches Rennen um Absatzmärkte steigert die Welthandelskosten zusätzlich.

Guido Glania, Jürgen MatthesMultilateralismus oder Regionalismus? – Optionen für die Handelspolitik der Europäischen UnionIW-Analysen Nr. 11, Köln 2005,100 Seiten, 14,80 Euro

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