1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Zuwanderung: Süddeutschland ist besonders beliebt
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: iStock)
Pressemitteilung 17. August 2020 Wido Geis-Thöne

Zuwanderung: Süddeutschland ist besonders beliebt

Von 2015 bis 2019 ist die Zahl der Menschen aus den neuen EU-Staaten in Deutschland um 744.000 gestiegen. Besonders viele kamen aus Rumänien und zogen nach Süddeutschland oder in das westliche Niedersachsen. Tschechen dagegen bleiben nah der Grenze zu ihrem Heimatland, wie eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.

In den vergangenen vier Jahren sind viele Menschen aus den neuen EU-Ländern nach Deutschland zugewandert, insbesondere aus Polen, Bulgarien, Rumänien, Kroatien und Ungarn. 2015 lag die Zahl der Personen aus den neuen EU-Ländern bei 2,1 Millionen. Vier Jahre später, Ende 2019, waren es bereits fast 2,9 Millionen. Mit einem Plus von 296.000 finden die Rumänen am meisten Gefallen an der Bundesrepublik, gefolgt von den Bulgaren, Polen und Kroaten. 

Gemeinschaft und Jobchancen entscheidend

Eine neue IW-Studie zeigt, wo genau die EU-Nachbarn hinziehen und arbeiten. Während Rumänen bevorzugt in Süddeutschland und im westlichen Niedersachen arbeiten und leben, zieht es die Polen eher in den Norden des Landes. Auch sie leben, genau wie die Tschechen, am liebsten in Nähe der Grenze zu ihrem Heimatland. Polen und Tschechen pendeln auch häufig über die Grenze, um in Deutschland zu arbeiten. Auffällig ist zudem, dass die Menschen lieber in Regionen ziehen, in denen bereits eine Gemeinschaft oder ein Netzwerk anderer aus demselben Herkunftsland besteht. Auch ein vielversprechender Arbeitsmarkt ist entscheidend. 

Fachkräfte gezielt anwerben

Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels kann die Politik an diesen Stellschrauben ansetzen, um Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. Bereits eine kleine Gemeinschaft aus dem Herkunftsland und gezielte Werbung mit Beschäftigungschancen können einer Region dabei helfen. Doch sollte sich die Politik dabei nicht nur auf andere EU-Mitgliedsländer konzentrieren. „Auch die anderen EU-Mitgliedsstaaten haben zunehmend ein demografisches Problem“, sagt Studienautor und Migrationsexperte Wido Geis-Thöne. „Deshalb sollte Menschen aus Drittstaaten der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtert werden.“

Inhaltselement mit der ID 7758 Inhaltselement mit der ID 7759
Inhaltselement mit der ID 7761

Interaktive Karte

Die Karte zeigt, wo EU-Ausländer in den vergangenen vier Jahren eine Arbeit gefunden haben. Die Zahlen sind absolute Werte je 10.000 Beschäftigten. Die Veränderung der Wohnbevölkerung ist nicht abgebildet, sie fällt aber im Schnitt geringer aus als die Veränderung der Beschäftigtenzahl.

Datei herunterladen

Wido Geis-Thöne: Zuwanderung aus den neuen EU-Mitgliedsländern kommt in vielen Regionen an – Eine Analyse der Veränderungen von Bevölkerung und Beschäftigung in den Kreisen

IW-Report

Datei herunterladen

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Fiskalische Effekte von Kindern – Neue Berechnungen differenziert nach Bildungswegen
IW-Report Nr. 43 15. Oktober 2026 Wido Geis-Thöne

Fiskalische Effekte von Kindern

Welche fiskalischen Effekte Kinder und Jugendliche haben, ist für verschiedene politische Handlungsfelder von Bedeutung.

Wido Geis-Thöne IW

Artikel lesen
Gutachten 15. Oktober 2026 Wido Geis-Thöne / Axel Plünnecke

Ökonomische Effekte der Deprivation von Kindern und Jugendlichen

Die Kinder und Jugendlichen von heute entscheiden über die wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Entwicklung im Deutschland von morgen.

Wido Geis-Thöne / Axel Plünnecke IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880