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Pressemitteilung 8. März 2019 Wido Geis-Thöne

Schulen: Mehr Einsen im Abi, weniger Qualität

Immer mehr Schüler erreichen eine sehr gute Abiturnote, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Das liegt allerdings nicht daran, dass es immer mehr sehr gute Schüler gibt, sondern an einfacheren Abiturprüfungen. Das Abitur wird damit entwertet.

An deutschen Schulen gibt es immer mehr Einser-Abiturienten. 2017 erreichten bundesweit fast 28.000 Abiturienten eine Abinote von mindestens 1,4 – im Jahr 2006 waren es gerade einmal 15.000 Abiturienten. Über die Bestnote von 1,0 freuten sich zuletzt doppelt so viele Schüler wie 2006. Im Verhältnis zur Bevölkerung stellten Brandenburg und Thüringen die meisten Einser-Abiturzeugnisse aus, Niedersachsen die wenigsten.

Leistungsanforderungen gehen zurück

Was vordergründig nach einer guten Nachricht klingt, ist tatsächlich ein Warnsignal, sagt IW-Ökonom Wido Geis-Thöne in seiner Studie. „Der Anstieg der guten Noten legt nahe, dass die Leistungsanforderungen bei der Abiturprüfung eher zurückgehen“, so Geis-Thöne. „Wäre das nicht der Fall, müsste sich eine ähnliche Leistungssteigerung auch in anderen Messungen wie der PISA-Studie widerspiegeln.“ Dort zeichnet sich aber ein anderes Bild ab: Im Fach Mathematik erzielen weniger Schüler als noch vor zehn Jahren Spitzenergebnisse. Und auch in den Naturwissenschaften ist zumindest kein Anstieg der Zahl der Top-Schüler zu verzeichnen.

Bildungsabschlüsse werden entwertet

Damit steht die Bildung in Deutschland gleich vor mehreren großen Herausforderungen. So muss sie sicherstellen, dass Bildungsabschlüsse nicht weiter entwertet werden. Ein weiteres Problem sind die von Land zu Land unterschiedlichen Anforderungen in der Abiturprüfung: Schließlich ziehen viele Abiturienten zum Studieren gezielt in andere Bundesländer, und an den Hochschulen gilt die Abiturnote nach wie vor als wichtigstes Zulassungskriterium in beliebten Fächern. Zudem brauchen besonders begabte Schüler auch weiterhin die richtige Förderung, um ihre Potenziale voll entfalten zu können. „Das ist nicht nur im Sinne der Jugendlichen, sondern natürlich auch wichtig für die Entwicklung des Landes“, so der Wissenschaftler. „Gerade diese Schüler sind die Leistungsträger in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft von morgen.“ 
 

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Wido Geis-Thöne: Immer mehr Einser-Abiturienten – Und was ist mit den Besten?

IW-Kurzbericht

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