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Ralph Henger / Rupert Kawka / Christoph Schröder / Jan Wendt Pressemitteilung 14. November 2025

Regionale Preise: München bleibt teuerste Stadt in Deutschland

In München ist das Leben weiterhin am teuersten. Auf dem Land wohnen Menschen dagegen deutlich günstiger, zeigt der neue Regionale Preisindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Selbst die hohe Inflation der vergangenen Jahre hat das Preisgefälle zwischen Stadt und Land kaum verändert.

In den sieben größten Städten Deutschlands – Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart – ist das Leben am teuersten. Im Jahresdurchschnitt 2024 lagen die Lebenshaltungskosten hier rund elf Prozent über dem Bundesschnitt. Das geht aus dem Regionalen Preisindex hervor, den das IW gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) erstellt hat. Der Preisindex vergleicht die Wohn- und Lebenshaltungskosten – darunter Mieten, Strom, Gas und Lebensmittel – in allen 400 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands. Er basiert auf automatisierten Big-Data-Analysen frei zugänglicher Internetportale, von Rewe bis zu Verivox.

Teures Wohnen

Mit knapp 24 Prozent über dem Bundesschnitt war München auch im vergangenen Jahr die teuerste Stadt. Am günstigsten lebt es sich in dünn besiedelten Regionen wie dem Vogtlandkreis in Sachsen, wo die Verbraucherpreise rund zehn Prozent unter dem Durchschnitt liegen.

Der wichtigste Treiber der regionalen Preisunterschiede sind die Wohnkosten. In wirtschaftsstarken Regionen treiben hohe Einkommen und eine starke Nachfrage die Preise nach oben. In den sieben größten Städten liegen die Mieten im Durchschnitt fast 50 Prozent über dem Bundesniveau, die Nebenkosten sind 22 Prozent höher. In ländlichen Räumen zeigt sich das Gegenteil: Wo viele Menschen wegziehen, sind Mieten und Nebenkosten bis zu einem Drittel unter dem Durchschnitt – das macht das Leben dort insgesamt deutlich günstiger.

Inflation trifft alle

Zwischen 2022 und 2024 war die Inflation in Deutschland außergewöhnlich hoch. Energie, Lebensmittel und viele Alltagsgüter wurden deutlich teurer. Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass sich das regionale Preisgefälle kaum verändert hat. „Die Preissteigerungen wirkten sich bundesweit aus – von der Großstadt bis zur Dorfregion“, sagt IW-Experte Ralph Henger. Wie bezahlbar eine Stadt sei, hänge vor allem von den Wohnkosten ab. Darin birgt sich laut dem Immobilienexperten auch eine Chance: „Gelingt es den Kommunen, den Wohnungsbau zu forcieren, können sie das Leben in ihren Städten insgesamt bezahlbarer gestalten.“
 

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IW-Kurzbericht Nr. 93/2025
Ralph Henger / Rupert Kawka* / Christoph Schröder / Jan Wendt IW-Kurzbericht Nr. 93 14. November 2025

Regionale Preisunterschiede bleiben in Zeiten hoher Inflation konstant

Ralph Henger / Rupert Kawka* / Christoph Schröder / Jan Wendt Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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