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(© Foto: Fitzer/iStock)
Pressemitteilung Nr. 73 5. Dezember 2016 Regionale Armut

Auf die Preise kommt es an

Der Westen Deutschlands ist reich, der Osten arm – so pauschal läuft häufig die Armutsdebatte. Tatsächlich aber stehen gemessen an der Kaufkraft vor allem westdeutsche Städte schlecht da, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Die Politik könnte gegensteuern.

Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, gilt nach amtlicher Definition als einkommensarm. Doch das greift zu kurz, denn das Leben ist nicht überall gleich teuer. Für die IW-Analyse Regionale Armut in Deutschland wurde daher der Wert, ab dem jemand als einkommensarm gilt, um die unterschiedlichen regionalen Preisniveaus bereinigt. Hierbei zeigt sich, dass vor allem Städte im Westen von Kaufkraftarmut betroffen sind, da hier besonders viele Arbeitslose, Migranten und Alleinerziehende leben.

Über eine neu gestaltete Regionalpolitik könnte die Bundesregierung die Städte stärker unterstützen – auch finanziell. Mehr Unternehmensgründungen und Investitionen, verstärkt durch die Revitalisierung von Altindustrieflächen und niedrigere Gewerbesteuerhebesätze, würden Strukturprobleme verringern. Zudem sollten Alleinerziehende durch mehr Ganztagsbetreuung von Schülern unterstützt und Migranten über Sprachkurse gefördert werden. „Benachteiligte in Bildung, Arbeitsmarkt und Gesellschaft zu integrieren, ist die beste Anti-Armuts-Politik“, sagt IW-Wissenschaftler Christoph Schröder.

Und diese Benachteiligten gibt es vor allem in Städten: Rund 34 Prozent der Städter haben einen Migrationshintergrund, auf dem Land sind es nur 22 Prozent. Auch gibt es in den Städten mehr Arbeitslose – 7 Prozent, verglichen mit 5,4 Prozent auf dem Land. Zugleich ist das Preisniveau in Großstädten deutlich höher. In Köln und Düsseldorf beispielsweise liegt es rund 10 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Das wirkt sich entsprechend auf die Kaufkraftarmutsquote aus. Die liegt in Gelsenkirchen bei 28,4 Prozent; Köln kommt auf 26,2, Duisburg auf 24,1 Prozent. Doch auch in Dortmund (23), Düsseldorf (23,5) und Aachen (22,6) sind viele Einwohner relativ betrachtet kaufkraftarm. Den niedrigsten Wert weist die Region Bodensee-Oberschwaben mit 8,6 Prozent auf.

Die niedrigen Preise im Osten erleichtern das Leben

Anteil Kaufkraft- und Einkommensarmer in Prozent im Jahr 2014

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Diese Karte können Sie kostenlos auf Ihrer Website einbetten. Schreiben Sie [email protected], Quellen: FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Mikrozensus 2014; BBSR; Statistisches Bundesamt; Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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Klaus-Heiner Röhl: Regionale Wirtschaftsstrukturen und Armutsgefährdung

IW-Kurzbericht

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Klaus-Heiner Röhl / Christoph Schröder: Regionale Armut in Deutschland

IW-Analyse

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