1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Keine Angst vor dem Brexit
IW-Unternehmensbefragung Pressemitteilung 12. Januar 2017

Keine Angst vor dem Brexit

Die große Mehrheit der Unternehmen in Deutschland reagiert gelassen auf den drohenden Brexit. Nur rund jedes 50. Unternehmen befürchtet starke Produktionseinbußen, wie eine IW-Umfrage zeigt. Die britische Regierung kann in den Austrittsverhandlungen folglich nicht darauf setzen, dass sich die deutsche Wirtschaft für weiche Kompromisse zugunsten der Briten einsetzt.

Deutsche Firmen sehen dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs überwiegend entspannt entgegen. Das zeigt eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) unter 2.900 Unternehmen im Oktober und November 2016: Mehr als 90 Prozent von ihnen erwarten keine oder nur geringe Auswirkungen auf ihre Geschäfte. Lediglich zwei bis drei Prozent glauben, dass der Brexit ihre Produktion, Investitionen und Beschäftigtenzahlen stark beeinträchtigen wird. Selbst den Handel mit dem Vereinigten Königreich sehen die meisten Unternehmen nur wenig beeinträchtigt. Nur knapp zehn Prozent rechnen damit, deutlich weniger Güter auf die Insel zu liefern, weitere rund 30 Prozent erwarten leicht rückläufige Exporte.

Knapp ein Viertel der Firmen erhofft sich sogar positive Effekte durch den britischen EU-Austritt, zum Beispiel weil Käufer wegen möglicher Handelsbarrieren nicht länger bei der britischen Konkurrenz zuschlagen, sondern bei ihnen. „Die Befragung zeigt, dass die britische Regierung über weniger Druckmittel in den Brexit-Verhandlungen verfügt, als sie zu glauben scheint“, sagt IW-Experte Jürgen Matthes. „Deutsche Unternehmen werden einen Brexit à la carte jedenfalls nicht unterstützen.“

Doch zu einem harten Brexit wird es nach Ansicht der meisten Unternehmen auch nicht kommen: Sechs von zehn Firmen gehen davon aus, dass es am Ende auf einen weichen Brexit hinausläuft, die Handelsbeziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU also nicht allzu stark eingeschränkt werden. Bemerkenswert ist allerdings: Egal, ob die Firmen einen weichen oder einen harten Brexit erwarten - die vermuteten Auswirkungen unterscheiden sich nur wenig.

Datei herunterladen

German firms relaxed in view of upcoming Brexit

Press Briefing

Datei herunterladen

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Christoph Schröder / Stefanie Seele im Wirtschaftsdienst Externe Veröffentlichung 13. Juni 2024

20 Jahre nach der EU-Erweiterung: Visegrád-Länder haben weiterhin einen Vorteil bei der Kostenwettbewerbsfähigkeit

Im Mai 2024 jährte sich der EU-Beitritt von Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn – zusammen der sogenannte Visegrád-Bund – sowie Estland, Lettland, Litauen, Slowenien, Malta und Zypern zum zwanzigsten Mal. Daran anschließend fanden im Juni 2024 die ...

IW

Artikel lesen
Michael Hüther im Handelsblatt-Podcast Audio 7. Juni 2024

„Wir stehen vor der Europawahl und somit vor der Frage: Welchen Beitrag leistet Europa?“

Kann Europa im globalen Wettbewerb als Einheit erfolgreich sein? Im Handelsblatt-Podcast „Economic Challenges“ sprechen IW-Direktor Michael Hüther und HRI-Präsident Bert Rürup über die Frage, wie sich die Wettbewerbsfähigkeit der EU stärken lässt.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880