1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Wirtschaftskrise drückt auf das Arbeitsklima
Zeige Bild in Lightbox Menschen arbeiten in einem Großraumbüro
In wirtschaftlich angeschlagenen Unternehmen leidet auch das Arbeitsklima. (© Gettyimages/alvarez)
Pressemitteilung 23. September 2025 Andrea Hammermann / Oliver Stettes

Wirtschaftskrise drückt auf das Arbeitsklima

Geht es einem Unternehmen wirtschaftlich schlecht, leidet auch das Miteinander: Beschäftigte in krisengeplagten Firmen geben dem Arbeitsklima im Schnitt die Schulnote 3,0, in Unternehmen ohne wirtschaftliche Sorgen hingegen eine 2,6 – wie eine aktuelle Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.

Die Wirtschaftskrise hat den Arbeitsmarkt erreicht. Die Zahl der Arbeitslosen kletterte im August erstmals seit zehn Jahren über die Drei-Millionen-Marke. Das macht sich in den Betrieben bemerkbar. Zwar bewerten die meisten Beschäftigten das Arbeitsklima positiv, doch es gibt deutliche Unterschiede: So finden 53 Prozent der Mitarbeiter in Unternehmen ohne wirtschaftliche Sorgen das Arbeitsklima gut oder sehr gut. In krisengeschüttelten Firmen sind es nur 34 Prozent. 

Belastungsprobe für Führungskräfte 

Besonders belastet ist das Verhältnis zu den Führungskräften: Rund 16 Prozent der Beschäftigten in wirtschaftlich angeschlagenen Firmen bewerten die Zusammenarbeit mit ihren Chefs als mangelhaft oder ungenügend – mehr als doppelt so viele wie in Betrieben ohne wirtschaftliche Sorgen. Auch das Miteinander leidet: Die meisten sagen, dass sie gut oder sehr gut mit ihren Kollegen auskommen. Doch in Unternehmen mit einer schlechten Wirtschaftslage geben rund sechs Prozent dem Kollegenkreis nur die Noten „mangelhaft oder ungenügend “. 

Zusammenarbeit wichtig für die Resilienz 

„Die wirtschaftlich angespannte Lage schlägt unmittelbar auf das Betriebsklima durch“, so IW-Arbeitsmarktexpertin Andrea Hammermann. „Führungskräfte müssen auch Kosten senken, doch wer dabei die Sorgen von Mitarbeitern im Auge behält, tut sich mit der Krisenbewältigung leichter“, so Hammermann. Gerade in schwierigen Zeiten sei ein gutes Miteinander ein entscheidender Resilienzfaktor – für Unternehmen wie für Beschäftigte. 

Zur Methodik: Die Auswertung basiert auf der jährlichen IW-Beschäftigtenbefragung, die seit 2023 online unter sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Minijobbern in Deutschland durchgeführt wird. 2025 wurden über 5.000 Personen befragt, wovon 4.977 Antworten verwertbar waren. Zum ersten Mal wurden Indikatoren zum Arbeitsplatzklima erhoben, die den direkten Arbeitsplatz und nicht die gesamte Organisation betrachten. Bewertet werden die neun Merkmale Arbeitsinhalte, Arbeitspensum, Vereinbarkeit mit dem Privatleben, Vergütung, Entscheidungsspielräume, Beteiligungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sowie Zusammenarbeit mit Kollegen und Führungskräften. Die Einschätzungen erfolgen auf einer Schulnotenskala von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend). 

PDF herunterladen
Krisenzeiten als Stresstest für die Zusammenarbeit
IW-Kurzbericht Nr. 84 23. September 2025 Andrea Hammermann / Oliver Stettes

Krisenzeiten als Stresstest für die Zusammenarbeit

Andrea Hammermann / Oliver Stettes Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Männlicher Programmierer, der zu Hause in seinem Heimbüro arbeitet
IW-Kurzbericht Nr. 70 13. Oktober 2026 Stefanie Seele

KI-Nähe des Berufs bisher kein Nachteil auf dem Arbeitsmarkt

Die KI-nahe Beschäftigung gewinnt in Deutschland an Bedeutung. Dies liegt auch daran, dass der Beschäftigungsanteil von Fachkräften sinkt und jener von Experten und Spezialisten zunimmt.

Stefanie Seele IW

Artikel lesen
IW-Kurzbericht Nr. 66 23. September 2026 Stefanie Seele

Frankreich und Deutschland: Mehr Arbeitsvolumen bringt Wachstum

Frankreich holt nach Reformen bei der Aktivierung von Jüngeren und Älteren aus der Nicht-Erwerbstätigkeit im Vergleich zu Deutschland auf. In Frankreich wuchs das Arbeitsvolumen und das Bruttoinlandsprodukt legte deutlich stärker zu als hierzulande.

Stefanie Seele IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880