1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Mobilität: Die große Verteuerung
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Thomas Puls / Thilo Schaefer IW-Nachricht 26. März 2019

Mobilität: Die große Verteuerung

Die Arbeitsgruppe Klimaschutz der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) sollte Ideen entwickeln, mit denen die Klimaschutzziele der Bundesregierung bis 2030 erreicht werden. Dafür wird sich vor allem der Verkehr wandeln müssen. Die Ansätze der Arbeitsgruppe, die jetzt ihren Zwischenbericht veröffentlicht hat, haben alle das gleiche Problem, zeigt eine neue IW-Studie: Autofahren wird zukünftig deutlich teurer.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen des Verkehrs bis 2030 auf 95 bis 98 Millionen Tonnen zu drücken, ein Rückgang von gut 42 Prozent innerhalb von elf Jahren. Aktuell macht der Straßenverkehr etwa 96 Prozent der gesamten Verkehrsemissionen aus, deshalb wird er die größte Last – fast 75 Millionen Tonnen – stemmen müssen. Die EU hat bereits CO2-Grenzwerte für Neufahrzeuge festgelegt, allerdings reicht das noch lange nicht: Die Bundesregierung hat sich verpflichtet, die Emissionen deutlich über den EU-Durchschnitt hinaus zu reduzieren. Das aber lässt sich nur durch nationale Instrumente realisieren – und alle verteuern sie Mobilität. Ein Überblick über die wichtigsten Ansätze. 

Maut / Steuern

Solche Preisinstrumente haben zunächst den Anschein, als würden sie es den Autofahrern überlassen, ob und wann sie wie Emissionen vermeiden. Tatsächlich treffen höhere Preise in erster Linie Pendler – und gerade sie können nicht ohne Weiteres ihre Kilometer reduzieren. Eine CO2-basierte Pkw-Maut, beispielsweise in Höhe von neun Cent pro Kilometer wie von der Agora Verkehrswende vorgeschlagen, würde durchschnittlich 1.500 Euro Mehrkosten pro Autofahrer-Haushalt und Jahr verursachen. Eine ebenfalls diskutierte zusätzliche CO2-Steuer von 340 bis 370 Euro pro Tonne CO2 (Benzin/Diesel) würde für den durchschnittlichen Haushalt mit einem Pkw jährliche Mehrkosten in Höhe von 950 (Benzin) bis 1.650 (Diesel) Euro bedeuten. 

Elektroautos 

Bis 2030 muss ein erheblicher Teil der Neuwagenflotte aus sogenannten Null-Emissions-Fahrzeugen bestehen, so fordert es die EU. Elektroautos zählen technisch dazu: Sie nutzen als Energiequelle Strom, die Emissionen bei der Erzeugung werden nicht dem Verkehrssektor zugerechnet. Zudem würde sich die Anschaffung deutlich eher lohnen, wenn es gleichzeitig eine CO2 –Steuer gäbe. Das Problem dabei: Alle Varianten von Null-Emissionsfahrzeugen sind in der Anschaffung teurer als Verbrenner. Diese Mehrkosten können nur über hohe Fahrleistungen wieder hereingeholt werden, was nicht vielen Nutzern gelingt: Wer ein Elektroauto kauft, nutzt es aktuell meist vor allem als Zweitfahrzeug für kurze Strecken.

Synthetische Kraftstoffe 

Eine Alternative können sogenannte synthetische Kraftstoffe sein, die aus Strom hergestellt werden. Sie sind in der Herstellung bislang jedoch deutlich teurer als konventionell hergestellte Kraftstoffe, sodass eine Beimischung ebenfalls zu höheren Kosten für die Autofahrer führen würde. 

Alle Maßnahmen treffen vor allem Haushalte mit geringen Einkommen, denn sie geben anteilig mehr von ihrem Einkommen für Mobilität aus als einkommensstarke Haushalte. Solche Verteilungswirkungen waren bei der bisherigen Diskussion nur am Rande Thema, werden aber wichtig, wenn Politiker den Verkehrssektor neu aufstellen wollen. 

Datei herunterladen

Frank Obermüller / Thomas Puls / Thilo Schaefer: CO2-Vermeidung im Straßenverkehr – Optionen, Kosten, Verteilungswirkungen

GUTACHTEN IM AUFTRAG DER BP EUROPA SE

Datei herunterladen

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
LKW-Fahrer werden auch in Deutschland knapp
Alexander Burstedde IW-Kurzbericht Nr. 80 23. Oktober 2021

LKW-Fahrer werden auch in Deutschland knapp

Es gibt zu wenig Berufskraftfahrer im Güterverkehr. Das wird künftige Wirtschaftsaufschwünge bremsen. Aufgrund ihrer Altersstruktur dürfte der Fachkräftemangel bei LKW-Fahrern bald noch größer werden.

IW

Artikel lesen
Hanno Kempermann / Antonio Ardillo / Johannes Ewald / Manuel Fritsch / Oliver Koppel / Benedikt Müller / Thomas Potinecke / Benita Zink Gutachten 12. Oktober 2021

Wirtschaftliche Bedeutung regionaler Automobilnetzwerke in Deutschland

Die Unternehmen in der Automobilwirtschaft sehen sich durch die Dekarbonisierung und die digitale Transformation einem radikalen Wandel gegenüber. Die Elektrifizierung, Automatisierung und Vernetzung der Fahrzeuge rütteln an den Grundfesten einer der ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880