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Die Corona-Krise hat die Absatzzahlen auf den großen Automärkten einbrechen lassen. (© Foto: iStock)
IW-Nachricht 9. Juni 2020 Thomas Puls

Automärkte: Europa bleibt das Sorgenkind

In den großen Automärkten Europas wurden aus Sicht der europäischen Autohersteller im Mai dieses Jahres zu wenige Autos verkauft, Herstellern und Zulieferern drohen Verluste. Nur in China legte der Absatz wieder zu. Hersteller und Händler bleiben vor allem auf Benzinern und Dieseln sitzen – Elektroautos sind von der Absatzkrise dagegen kaum betroffen. Dass ausgerechnet sie per Kaufprämie gefördert werden, schießt am Ziel vorbei.

Der Pkw-Absatz in Europa bleibt niedrig. Alle großen Märkte melden für den Mai dieses Jahres massive Absatzverluste. Die Automärkte in Deutschland, Frankreich und Italien sind im Vergleich zum Vorjahresmonat jeweils um die Hälfte geschrumpft. In Spanien und Großbritannien steckte der Automarkt im Mai noch deutlich tiefer in der Krise.

Neben den deutschen Herstellern, die ihre Produktion am Standort Deutschland zum großen Teil im europäischen Ausland verkaufen, treffen die Absatzrückgänge auch die deutschen Zulieferer. Ihnen fehlt das Neugeschäft gerade auch mit französischen und italienischen Herstellern, die vom Absatzrückgang noch stärker getroffen wurden. Es kommt erschwerend hinzu, dass viele Zulieferer bereits im Jahr 2019 aufgrund eines schrumpfenden Weltautomarkts Probleme bekamen. Wenn es so weiter geht, können viele ihre Belegschaft nicht halten.

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Kaufprämie fördert ein Produkt, das nicht in der Krise steckt

Entgegen des allgemeinen Trends deuten hohe Zulassungszahlen von Elektroautos in Europa auf einen guten Absatz in diesem Segment hin. Auch ihre Fertigung war weitgehend ausgelastet. Elektroautos legten in Deutschland im Mai um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, Plug-In-Hybride wurden sogar mehr als doppelt so oft verkauft, sodass ihr Marktanteil deutlich stieg. Das reicht aber nicht ansatzweise, um die Absatzverluste bei Verbrennern zu kompensieren. Einen Beitrag zur konjunkturellen Stabilisierung hätte eine Kaufprämie leisten können – und zwar auch für Autos mit Verbrennungsmotoren, die nun einmal die Masse des Geschäfts ausmachen. Anders als etwa in Frankreich, konnte sich die Bundesregierung aber nicht zu einer allgemeinen Förderung durchringen. Stattdessen wurde die Prämie für Elektroautos noch einmal erhöht. Damit beschloss die Bundesregierung, das einzige Marktsegment zu fördern, welches bislang von der Absatzkrise nicht betroffen war.

Hoffnung kommt aus China

Während der chinesische Markt im vergangenen Jahr für Probleme sorgte, kommt von dort jetzt Hoffnung. Zwar sind die Verkäufe seit Jahresanfang immer noch 23 Prozent geringer als im gleichen Vorjahreszeitraum, aber immerhin gibt es Nachholeffekte: Im Mai lagen die Verkäufe fast zwölf Prozent über Vorjahresniveau. Chinesinnen und Chinesen kaufen wieder Autos, denn sie wollen nicht auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sein, zudem fördert die Regierung den Absatz massiv. Der Premiummarkt erholt sich schneller, wovon die deutschen Hersteller überproportional profitieren. Anders sieht es in China bei den Elektrofahrzeugen aus. Deren Absatz war im Vorjahr recht stark und geht seit der Reduktion von Förderungen im vergangenen Sommer zurück.

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