1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Privatschulen fördern sozialen Zusammenhalt
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

OECD-Studie IW-Nachricht 29. Mai 2012

Privatschulen fördern sozialen Zusammenhalt

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD kommt in einer aktuellen Sonderauswertung der PISA-Daten aus dem Jahr 2009 zu dem Ergebnis, dass privat geführte Schulen mit einem verhältnismäßig hohen Anteil öffentlicher Mittel eine sozial relativ homogene Schülerschaft haben. Freie Schulen grenzen also – anders als oft behauptet – Schüler aus ärmeren Schichten nicht aus.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Wie aber halten es hierzulande die Bundesländer mit ihrer Finanzierungsverpflichtung gegenüber den freien Schulen? Die Antwort: Schulen in freier Trägerschaft erhalten deutlich weniger öffentliche Mittel als staatliche Schulen, obwohl diese einen grundgesetzlichen Anspruch auf angemessene staatliche Finanzhilfe haben. Im Schnitt decken die staatlichen Zuschüsse – betriebswirtschaftlich gerechnet – nur etwa 50 bis 60 Prozent der tatsächlichen Kosten des Privatschulbetriebs. Je nach Bundesland klafft – das hat eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln ergeben – pro Schüler und Jahr eine Finanzierungslücke zwischen 5.200 Euro und 1.800 Euro. Die freien Schulträger müssen mithin Schulgeld erheben, um diese Finanzlöcher zu stopfen.

Doch auch in diesem Punkt sind die Schulen nicht frei: Das Bundesverfassungsgericht legte bereits 1994 eine zumutbare Schulgeld-Marge für Eltern fest – aktuell beläuft sie sich auf monatlich 70 Euro pro Kind. Weil die Finanzhilfe der Bundesländer aber in der Regel nicht ausreicht, verlangen Privatschulen auch höhere Schulgebühren, selbst wenn sie damit gegen das Sonderungsverbot verstoßen, das besagt, dass sie die Schülerinnen und Schüler nicht nach den Besitzverhältnissen der Eltern auswählen dürfen. Zur Existenzsicherung müssen freie Schulen zunehmend auf Sponsoren-, Spendengelder und Eigenmittel zurückgreifen. Einige Privatschulen verschulden sich auch.

Unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ergibt sich – aus Sicht der Länder – durch die Existenz der allgemeinbildenden Privatschulen ein aktueller Einspar- und Entlastungseffekt der öffentlichen Hand von 2,4 Milliarden Euro.

Helmut KleinPrivatschulfinanzierung im Kalkül staatlicher Unterfinanzierung und der Wettbewerbsbeschränkung

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Endlich wird die letzte Betreuungslücke geschlossen
Wido Geis-Thöne IW-Nachricht 7. September 2021

Ganztag: Endlich wird die letzte Betreuungslücke geschlossen

Bislang stellt der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule für viele Familien ein großes Problem dar. Heute wurde nun endlich der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für Grundschulkinder final beschlossen – allerdings ist fraglich, ob die Qualität auch ...

IW

Artikel lesen
Axel Plünnecke in der Fuldaer Zeitung Gastbeitrag 31. August 2021

Spürbare Bildungsimpulse sind nötig

Anhand des INSM-Bildungsmonitors 2021 analysiert IW-Bildungsexperte Axel Plünnecke in der Fuldaer Zeitung die Folgen der Schulschließungen während der Coronakrise und fordert eine Stärkung der Bildungschancen.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880