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IW-Nachricht 30. September 2020 Holger Schäfer

Arbeitsmarkt: Drei Maßnahmen für mehr Stabilität

Der Arbeitsmarkt hat sich von der Coronakrise noch nicht erholt, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit. Kurzarbeit war bisher zwar ein probates Instrument in der Krise, hilft aber nicht dauerhaft. Mit mehr Flexibilität ließe sich der Arbeitsmarkt schneller stabilisieren. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Die Kurzarbeit ist in der Coronakrise das Mittel der Wahl gewesen: Sie hat tausende Entlassungen verhindert. Auch die Hilfen der Bundesregierung dürften die Folgen auf dem Arbeitsmarkt gedämpft haben. Allerdings sind die Auswirkungen der Pandemie noch längst nicht vorüber, zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit: Demnach gab es im September 2,8 Millionen Arbeitslose, das entspricht einer Quote von rund 6,2 Prozent. Im Vergleich zu August sind das 108.000 Arbeitslose weniger. Saisonbereinigt ergab sich dagegen nur ein Rückgang von 8.000.

Das größte Problem aktuell: Die Unsicherheit ist nach wie vor groß, viele Arbeitgeber sind bei Neueinstellungen vorsichtig. Instrumente wie Kurzarbeit und Co. sind teuer, sie können nicht unbegrenzt fortgesetzt werden. Um den Arbeitsmarkt langfristig zu stabilisieren, braucht es also andere Ansätze. 

Sinnvoller wäre es deshalb, Arbeitgebern die Entscheidung für eine Neueinstellung zu erleichtern – mit folgenden Ansätzen: 

  • Lockerung des Befristungsrechts: Viele Arbeitgeber stellen kaum neue Mitarbeiter ein, weil sie nicht wissen, ob es einige Monate später noch genug Arbeit geben wird. Der gesetzliche Kündigungsschutz erschwert die Lage. Hier könnte eine vorübergehende Lockerung des Befristungsgesetzes vielen Unternehmen helfen.
  • Lockerung des Arbeitszeitgesetzes: In der Krise wurde deutlich weniger gearbeitet, vor allem durch Kurzarbeit, aber auch durch den Abbau von Überstunden. Genauso würde es Unternehmen helfen, die Höchstarbeitszeit vorübergehend flexibler handhaben zu dürfen – wenn es nötig ist und dabei hilft, die Krise besser zu bewältigen.
  • Unterstützung von flexiblen Beschäftigungsformen: Zeitarbeiter dürfen höchstens 18 Monate ohne Unterbrechung in Einsatzunternehmen arbeiten. Während der Krise mussten sie deshalb abgezogen werden – und fanden oft keinen anderen Einsatzbetrieb. Es wäre deshalb zu überlegen, die Höchstüberlassungsdauer vorübergehend auszusetzen – und so den Unternehmen die Möglichkeit zu geben, flexibler auf die Krise reagieren zu können. 
     
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Hans-Peter Klös / Holger Schäfer: Arbeitsmarktpolitik – Corona-Effekte und Handlungsoptionen, Eine beschäftigungspolitische Einordnung

IW-Policy Paper

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