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(© Foto: Christopher Furlong/iStock)
IW-Nachricht 6. Juni 2016 Christiane Konegen-Grenier

Studium: Praktische Phasen werden wichtiger

Die Arbeitswelt wird digitaler und komplexer. Das führt aber keineswegs zu einem Mehrbedarf an akademischen Theoretikern. Gefragt ist vielmehr eine intensivere Kooperation von beruflich Ausgebildeten und Hochschulabsolventen.

Die wachsende Bedeutung von Teams ist der stärkste Trend der neuen Arbeitswelt 4.0. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft unter 303 Unternehmen in Deutschland. Demnach müssen Manager, Entwickler und Mitarbeiter auf operativen Ebenen künftig noch enger zusammenarbeiten.

Neue Möglichkeiten der Mensch-Maschine-Interaktion im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung werden neue Produkte und Dienstleistungen hervorbringen und Routinetätigkeiten ersetzen. Dazu zählen nach Angaben der Unternehmen nicht nur manuelle Tätigkeiten, sondern auch administrative Aufgaben. Tätigkeiten in akademischen Berufen werden nach Ansicht der Befragten auch künftig nicht vollständig automatisiert, sondern durch digitale Technologien wie Programme zur Analyse großer Datenmengen oder digitale Recherchetools angereichert.

Beruflich Ausgebildete sollen ihre analytischen Kompetenzen und Akademiker ihr Anwendungswissen stärken. Im Lebenslauf von akademischen Berufseinsteigern wird in Zukunft vor allem Praxiserfahrung immer bedeutsamer. Eine Berufsausbildung zählt für über die Hälfte der Unternehmen zum künftigen Kompetenzprofil eines Akademikers, der Masterabschluss nach dem Bachelor dagegen für ein Drittel der Befragten.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Hochschulausbildung in Deutschland verändern muss. Neben dem Umgang mit digitalen Anwendungen müssen die Hochschulen die statistische Analyse großer Datenmengen sowie die kritische Beurteilung der Ergebnisse lehren. Konzeption, Kontrolle und Bewertung von automatisierten Analysen erfordern aber immer auch die Rückkopplung zur sozialen Realität des Unternehmens und seiner Umgebung – deswegen werden den Unternehmen Teams auch immer wichtiger.

Für die Hochschulen gilt es, duale Studiengänge, in denen sich praktische Phasen im Unternehmen mit Theorieanteilen in der Hochschule abwechseln, noch weiter auszubauen. Unternehmen sollten zudem ihren beruflich ausgebildeten Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, sich auch in der Theorie fortzubilden.

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