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Mara Ewers im Reutlinger Wochenblatt Interview 30. Oktober 2014

Lebenszufriedenheit auf Rekordniveau

Die Lebenszufriedenheit der Bürger in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Wer einen Job hat und sich gesund fühlt, ist besonders zufrieden. Das geht aus einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor. Warum das so ist, erklärt IW-Verhaltensökonomin Mara Ewers.

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Frau Ewers worauf bezieht sich das Ergebnis?

Wir haben die Lebenszufriedenheit der Deutschen seit dem Mauerfall bis zum Jahr 2012/13 untersucht. Es zeigte sich, dass die Deutschen momentan besonders zufrieden mit ihrem Leben sind, vor allem junge Menschen und Ruheständler kurz nach Renteneintritt genießen ihr Leben. Gleichzeitig gilt, dass unabhängig vom Alter und Einkommen ein Job viel zufriedener macht als die Arbeitslosigkeit. Die Daten hierfür stammen aus dem Sozio-oekonomischen Panel.

Was ist das Sozio-oekonomische Panel (SOEP)?

Das SOEP ist eine repräsentative Langzeitstudie bei der jährlich 10 000 bis 20 000 Privathaushalte aller Altersgruppen und Lebenslagen in Deutschland befragt werden. Die Themen umfassen das Arbeits- und Familienleben, Gesundheit, Bildung, aber auch persönliche Wertvorstellungen, Vertrauen und eben Lebenszufriedenheit.

Hätten Sie damit gerechnet?

Die Deutschen sind nicht für ihren Optimismus bekannt. Auch Medien setzen den Fokus ihrer Berichterstattung gerne auf negative Ereignisse. Umso wichtiger ist die Erkenntnis, dass die gute Wirtschaftslage der letzten Jahre auch bei vielen Menschen gefühlt und wahrgenommen wird. Ob der positive Trend anhält, bleibt spannend, denn die aktuellen Konjunkturprognosen werden gerade nach unten korrigiert.

Was glauben Sie steckt hinter der Entwicklung?

Neben individuellen Einflussfaktoren spielt die wirtschaftliche Entwicklung eine entscheidende Rolle. Wir haben die niedrigste Arbeitslosenquote seit dem Mauerfall und einen Job zu haben, erhöht die Zufriedenheit deutlich. Denn nicht das Einkommen allein, sondern mit eigener Arbeit erwirtschaftetes Einkommen macht glücklich. Außerdem spielt der soziale Vergleich eine wesentliche Rolle. Heute ist es durch die Digitalisierung viel einfacher geworden sich mit der Umwelt zu vergleichen als früher und im Vergleich zum Ausland geht es uns sehr gut. Übrigens gab es ähnliche Glückshöchststände im Jahr der Wiedervereinigung sowie zum Internetboom während der Jahrtausendwende.

Von was lassen sich die Menschen am Meisten beeinflussen?

Der wichtigste Einflussfaktor, den wir direkt messen konnten, ist heute genauso wie vor 25 Jahren der Gesundheitszustand. Außerdem macht nicht das Einkommen auf Dauer glücklich, sondern Bildung, Arbeit, Familie und Vertrauen. Arbeitslose Menschen sind im Durchschnitt deutlich unglücklicher, auch bei gleichen Einkünften. Das liegt unter anderem an der sozialen Anerkennung und Eigenverantwortung der Erwerbstätigen.

Worin sehen Sie Unterschiede respektive Veränderungen gegenüber früheren Befragungen?

Die Arbeitslosenquote ist niedriger und die Erwerbstätigen haben viel häufiger einen Hochschulabschluss als früher. Außerdem kommt es nicht nur auf die eigenen Lebensverhältnisse an. Vielmehr spielt der soziale Vergleich mit der Umwelt eine Rolle. Besser als in Deutschland würde es uns wohl derzeit in wenigen Ländern gehen.

Das Inverview auf reutlinger-wochenblatt.de

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