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(© Foto: Georgijevic/iStock)
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Sarah Berger in der Fuldaer Zeitung Gastbeitrag 2. August 2017

Nur der Süden auf Weltspitzenniveau

Innovationen tragen maßgeblich zur Stärkung des Wirtschaftswachstums und der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes bei. Deutschland weist insgesamt eine hohe Innovationskraft auf und glänzt im europäischen Vergleich in der Spitzengruppe der Innovation Leaders. Deutschlands Erfolg im europäischen Vergleich sollte jedoch nicht über die regionale Divergenz und die künftigen Herausforderungen hinwegtäuschen.

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Innovationen tragen maßgeblich zur Stärkung des Wirtschaftswachstums und der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes bei. Deutschland weist insgesamt eine hohe Innovationskraft auf und glänzt im europäischen Vergleich in der Spitzengruppe der Innovation Leaders. Dieser Erfolg ist auf die zahlreichen Anstrengungen in der Innovationsförderung der vergangenen Jahre zurückzuführen. Im Jahr 2015 hat Deutschland erstmals das von der EU vereinbarte Lissabon-Ziel, drei Prozent der Wirtschaftsleistung in Forschung und Entwicklung zu investieren, erreicht.

Der Innovationserfolg hierzulande wird von nur wenigen Branchen und wenigen Regionen getragen. Zu den besonders innovationsstarken Branchen zählen die vorwiegend von der Automobilindustrie geprägten Spitzencluster der Metall- und Elektroindustrie. Es verwundert daher wenig, dass Regionen, die ebendiese beheimaten, im Vergleich der regionalen Innovationskraft herausstechen. Die Ideenschmieden Deutschlands befinden sich überwiegend im Süden, der sich sowohl durch eine starke Intensität von Forschung und Entwicklung (FuE) als auch durch eine hohe Beschäftigung von MINT-Experten auszeichnet. Das spiegelt sich auch in der Patentleistung wider, bei der Baden-Württemberg und Bayern mit 287 respektive 236 Anmeldungen am Deutschen Patent- und Markenamt je 100 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bundesländervergleich unangefochtene Spitzenreiter sind und damit den Bundesdurchschnitt deutlich nach oben ziehen.

So erfreulich der Erfolg der hochinnovativen Regionen, wie beispielsweise jene rund um Stuttgart, Ingolstadt, München oder Wolfsburg auch ist, steht die Innovationspolitik vor großen Aufgaben. Damit Deutschland weiterhin ein innovatives Land bleibt und zu den internationalen Innovationsspitzenreitern wie Israel, Japan oder Südkorea aufschließen kann, müssen die bereits enormen regionalen Unterschiede abgebaut und eine stärkere Förderung von Diversität im Bereich der Innovation vorangetrieben werden. Dabei müssen sowohl die innovationsschwachen Regionen selbst als auch die Politik in die Pflicht genommen werden. Regionen mit geringer Innovationskraft sollten dabei unterstützt werden, ihre Forschungsleistung zu steigern, und könnten dieses Ziel unter anderem durch Bildung von Kooperationen mit benachbarten starken Innovationsregionen selbst vorantreiben. Der Staat wiederum sollte regional differenzierte Ziele für Forschung und Entwicklung festlegen, damit innovationsschwache Regionen zu den Spitzenregionen aufschließen können. Dabei gilt es auch, dass der Staat seine Zurückhaltung bei der steuerlichen FuE-Förderung ablegt und unternehmerische Forschung stärker als bisher fördert.

Hinsichtlich der Verfügbarkeit von MINT-Experten können die Regionen selbst einen Beitrag durch eigene Ausbildung leisten. Dabei könnte die Politik mit einer Art Absolventenbonus den beobachtbaren Brain Drain von den Ausbildungshochburgen in NRW, Sachsen und Thüringen nach Süddeutschland ein Stück weit kompensieren. Somit würde gleichzeitig der Anreiz, MINT-Nachwuchs auszubilden, auch in solchen Regionen erhöht, die eine Abwanderung nach Studienabschluss befürchten.

Darüber hinaus wäre im Bereich des Gründungsgeschehens eine stärkere Fokussierung auf technologieorientierte Unternehmensneugründungen begrüßenswert, da diese den Wettbewerbsdruck auf etablierte Unternehmen erhöhen und dadurch zur Innovationskraft beitragen. Hierzulande sind innovationsaffine Neugründungen jedoch vergleichsweise selten. Um das Gründungsgeschehen in Deutschland anzukurbeln, sollte der Zugang zu existierenden Förderprogrammen erleichtert und Best-Practice-Regionen, wie beispielsweise der Süden Thüringens, stärker beworben werden. Zu guter Letzt sollte der Breitbandausbau weiter vorangetrieben werden. Während städtische, dichtbesiedelte Regionen bereits eine gute Versorgungsrate aufweisen, gibt es noch immer zu viele ländliche Regionen, die vom Highspeed-Internet abgeschnitten sind.

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