Die deutsche Wirtschaft tritt seit Sommer vergangenen Jahres auf der Stelle. Das wurde mit jeder aktuellen IW-Konjunkturampel mehr und mehr sichtbar. Grund dafür ist die Verlangsamung des Welthandels infolge des Protektionismus und die Anpassungslasten der Automobilindustrie. Dies hat die Exporttätigkeit der Industrie und damit auch ihre Produktion beeinträchtigt. Im Laufe des ersten Halbjahres 2019 wird die deutsche Konjunktur zwar wieder Tritt fassen, die Gangart bleibt aber sehr verhalten. 

Viele Indikatoren der IW-Konjunkturampel waren über den gesamten Jahresverlauf 2018 rückläufig. Dies setzte sich im ersten Quartal 2019 mehr oder weniger stark fort. Die Produktionserwartungen der Unternehmen signalisieren für das laufende Jahr ein konjunkturelles Schneckentempo. Gleichwohl findet sich bei den fast 2400 vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) befragten Betrieben nach wie vor eine deutliche Dominanz der optimistisch gestimmten Betriebe: Während 18 % der Unternehmen einen Rückgang ihrer Produktionstätigkeit in diesem Jahr erwarten, gehen 35 % von einem weiteren Zuwachs aus.

Der Saldo aus positiven und negativen Meldungen hat sich erheblich auf 17 Prozentpunkte vermindert. Im Herbst 2018 lag er noch bei 24 Prozentpunkten, vor einem Jahr sogar bei 43 Prozentpunkten. 

In den großen Wirtschaftsbereichen Industrie, Bauwirtschaft und Dienstleistungen erwarten rund 35 % der Betriebe eine höhere Produktion. Allerdings ist der Anteil der pessimistisch gestimmten Firmen in der Industrie mit fast 25 % erheblich höher als im Servicesektor mit 15 % und im Baugewerbe mit 10 %.

„Die Antworten der Unternehmen signalisieren keinen Einbruch der Investitionen“

Die schlechteren Produktionserwartungen der Industrie spiegeln vor allem die eingetrübten Perspektiven für den Außenhandel wider. Die Exporterwartungen gemäß der IW-Konjunkturumfrage weisen für dieses Jahr auf eine eher träge Ausfuhrtätigkeit hin. Der Anteil der Firmen mit rückläufigen und ansteigenden Exportaussichten liegt mit jeweils knapp 20 % fast gleichauf.

Der Saldo aus positiven und negativen Meldungen erreichte mit nur 1,3 Prozentpunkten den schwächsten Wert seit der globalen Finanzmarktkrise von 2009. Lediglich im Herbst 2012, also während der europäischen Staatsschuldenkrise und der Rezession im Euroraum, war der Saldo ähnlich niedrig.