Für das Gelingen des Geschäftsmodells der deutschen Wirtschaft ist die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Fachkräfte im technischen Bereich von zentraler Bedeutung.
Technikunterricht an den allgemeinbildenden Schulen in Deutschland
Kurzstudie im Aufgrag von IMPULS – Stiftung für den Maschinenbau, den Anlagenbau und die Informationstechnik
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Für das Gelingen des Geschäftsmodells der deutschen Wirtschaft ist die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Fachkräfte im technischen Bereich von zentraler Bedeutung.
Allerdings entscheiden sich in den letzten Jahren immer weniger inländische Personen für ein ingenieurwissenschaftliches Studium, sodass sich die mit dem Übergang der Babyboomerjahrgänge in den Ruhestand drohenden Fachkräfteengpässe noch weiter verstärken dürften. Gleichzeitig ist es für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung im Land auch sehr wichtig, dass möglichst alle Kinder und Jugendlichen zu technikmündigen Bürgern heranreifen, die die technischen Herausforderungen im Alltag gut meistern und eine nicht von unberechtigten Ängsten geprägte Sicht auf technische Innovationen haben. Hierfür ist eine gute technische Bildung in den Schulen notwendig. Unterricht in anderen MINT-Fächern, wie insbesondere der Physik, kann diese nur teilweise leisten. Daher sollten alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland während des Besuchs der allgemeinbildenden Schulen verpflichtenden Unterricht in einem spezifischen Schulfach Technik erhalten.
An den Gymnasien ist das bislang erst in insgesamt sieben Bundesländern der Fall, wobei die Unterrichtsumfänge zumeist auch dort noch sehr gering sind. An der Spitze liegen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils nur 2,0 Wochenstunden während der gesamten Schullaufbahn. Im nichtgymnasialen Bereich ist die Lage deutlich besser. Jedoch gibt es mit Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zwei Länder, in denen an keiner allgemeinbildenden Schulform verpflichtender Technikunterricht vorgesehen ist. Das höchste Maß an verpflichtendem Technikunterricht erhalten die Schülerinnen und Schüler im Durchschnitt in Thüringen mit 4,6 Stunden, mit weitem Abstand gefolgt von Sachsen mit 3,3 Stunden. Bezieht man auch den Technikunterricht im Wahlpflichtbereich in die Betrachtung mit ein, findet sich Thüringen mit durchschnittlich 5,2 Stunden weiterhin an der Spitze; nun gefolgt von Schleswig-Holstein mit 4,5 Stunden. Die im Wahlpflichtbereich abgehaltenen Technikstunden wurden hier nicht vollständig, sondern mit einem Gewicht entsprechend der Zahl der belegbaren Alternativen eingerechnet. Am unteren Ende finden sich Bremen mit 1,0 Stunden und das Saarland mit 1,1 Stunden. Im gymnasialen Bereich reduziert sich der Kreis der Länder ohne Technikunterricht auf sechs und Brandenburg bleibt mit einem Wert von 2,3 Stunden an der Spitze. Bezieht man die Pflichtstunden in den relativ techniknahen Fächern Physik und Informatik mit einem Gewicht von einem Fünftel in das Ranking mit ein, erhalten erstmals auch im gymnasialen Bereich alle Länder einen positiven Wert. An der Spitze liegt dort nun Mecklenburg-Vorpommern mit 5,0 Stunden und am unteren Ende Hessen mit 1,3 Stunden.
Für eine Techniknation wie Deutschland ist das ein Armutszeugnis. Möglichst schnell sollte an allen weiterführenden Schulen im Land ein Pflichtfach Technik eingeführt werden. Dies sollte einen substanziellen Umfang von mindestens drei bis vier Wochenstunden haben und mindestes vom Übergang in die weiterführenden Schulen bis zum Ende der Sekundarstufe I unterrichtet werden. Allerdings wird sich das an den Gymnasien nicht kurzfristig realisieren lassen, sodass der Ausbau sukzessive vonstattengehen muss. Ein erster Schritt können dabei entsprechende Angebote im Wahl- und Wahlpflichtbereich sein, die sukzessive an immer mehr Schulen angeboten werden. Ein weiterer Schritt könnte die gezielte Erweiterung der naturwissenschaftlichen Fächer um technische Inhalte sein. Allerdings sollte diese, um tatsächlich ihre Potenziale zu entfalten, unbedingt von einer entsprechenden Schulung der Lehrkräfte begleiten werden. Wichtig ist auch eine gezielte Sicherung der Qualität des Technikunterrichts, da für den Erwerb technischer Kompetenzen durch die Kinder und Jugendlichen nicht nur seine Quantität ausschlaggebend ist.
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IW