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Gutachten 25. Januar 2024 Vanessa Hünnemeyer / Hanno Kempermann / Thorsten Lang / Fabian Meeßen Wasserstoffranking 2023: Exkurs – Perspektiven für den Wasserstoffhochlauf in der Metropole Ruhr

Das Ruhrgebiet hat sehr gute Voraussetzungen für den Hochlauf der Wasserstoffindustrie und somit für die Dekarbonisierung und Transformation der bestehenden Industriestrukturen.

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Exkurs – Perspektiven für den Wasserstoffhochlauf in der Metropole Ruhr
Gutachten 25. Januar 2024 Vanessa Hünnemeyer / Hanno Kempermann / Thorsten Lang / Fabian Meeßen

Wasserstoffranking 2023: Exkurs – Perspektiven für den Wasserstoffhochlauf in der Metropole Ruhr

Gutachten der IW Consult im Auftrag des Regionalverbands Ruhr

Vanessa Hünnemeyer / Hanno Kempermann / Thorsten Lang / Fabian Meeßen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Das Ruhrgebiet hat sehr gute Voraussetzungen für den Hochlauf der Wasserstoffindustrie und somit für die Dekarbonisierung und Transformation der bestehenden Industriestrukturen.

Damit die Potenziale von grünem Wasserstoff genutzt werden können, ist eine radikale Umstellung und Neuentwicklung bestehender technologischer Prozesse und Verfahren notwendig. Das zweite nationale Wasserstoffranking zeigt, dass das Innovationssystem in der Metropole Ruhr günstige Voraussetzungen aufweist, innovationsgetrieben die Dekarbonisierung der Industrie mittels Wasserstofftechnologie zu bestreiten.

Der Hochlauf eines wasserstoffbasierten Wirtschaftssystems befindet sich noch im Aufbau und ist mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert.

  • Ein Markt für die Herstellung und den Verkauf grünen Wasserstoffs existiert aktuell nicht. Große Investitionsentscheidungen in die Herstellung grünen Wasserstoffs sind ohne einen preisbildenden Markt stark risikobehaftet. Großskalige Herstellungskapazitäten sind daher noch in der Pilotphase und mit hohen Fördermitteln ausgestattet.
  • Deutschland wird einen Großteil des benötigten Wasserstoffs nach aktuellen Erwartungen importieren müssen. Damit stellt die Herstellung von Wasserstoff selbst nur einen relativ geringen Wertschöpfungsanteil in einer deutschen Wasserstoffwirtschaft, sofern sich deutsche Unternehmen nicht Exportmodelle aufgrund von Innovationsführerschaft erschließen. Gerade die Metropole Ruhr sollte sich auf die produktseitigen Potenziale der Wasserstoffwirtschaft fokussieren – also grünen Wasserstoff in der Chemie oder der Stahlbranche einzusetzen sowie Wasserstoff-Startups gezielt zu fördern, um den Markthochlauf und die technologische Vorreiterrolle zu beschleunigen.
  • Für die heimische, anwendernahe und dezentrale Versorgung mit Wasserstoff ist der Erzeugerkapazität von erneuerbaren Energien entscheidend. In den Metropolregionen herrschen große Unterschiede bei den aktuellen Erzeugungskapazitäten. In der Metropolregion Berlin-Brandenburg ist bspw. die 1,6-fache Nettonennleistung erneuerbarer Energien als in der Metropolregion München installiert.

Bis zum Jahr 2030 wird eine Nachfrage nach Wasserstoff von bis zu 334 TWh jährlich erwartet, bis zum Erreichen der Treibhausgasneutralität (2045/50) könnten bis 1.007 TWh pro Jahr in den Sektoren Industrie, Mobilität, Gebäude und zur Energieumwandlung benötigt werden.

Damit verbunden ist auch die Kreierung neuer Beschäftigung und zusätzlicher Wertschöpfung. Diese Potenziale werden sich – trotz der großen Importabhängigkeit – vor allem auf die EE-Stromerzeugung und H2-Stromerzeugung konzentrieren. In der Industrie wird es eher um den Erhalt von Arbeitsplätzen gehen, neue Beschäftigung wird vor allem mit steigender Wasserstoffverfügbarkeit ab dem Jahr 2030 generiert werden. Aufgrund der starken Industrieprägung in der Metropole Ruhr und der vergleichsweise geringen Erzeugungskapazitäten bei Grünstrom werden signifikante Beschäftigungseffekte erst nach dem Jahr 2030 – bei entsprechender Verfügbarkeit von Wasserstoff und technologischen Lösungen im industriellen Maßstab – erwartet.

Von entscheidender Bedeutung ist das Erosionsrisiko in energieintensiven Branchen zu berücksichtigen. Ohne erfolgreichen Wasserstoff-Markthochlauf werden für die industriegeprägten Wertschöpfungsnetze in Deutschland zehntausende Arbeitsplätze im Risiko stehen, von Abwanderung betroffen zu sein. Allein am Standort Duisburg arbeiten rund 14.000 Menschen bei thyssenkrupp. Ohne eine erfolgreiche Transformation zu klimaneutraler Direktreduktion werden diese Arbeitsplätze in den nächsten Jahrzehnten erodieren – und damit Innovationspotenziale im Wertschöpfungsnetz verloren gehen. Dabei wäre auch aus klimatechnischen Gesichtspunkten nichts gewonnen. Die Stahlnachfrage würde dann aus anderen Ländern bedient werden, die bei der Produktion mehr CO2-Emmissionen erzeugen als deutsche Unternehmen (siehe Diskussion zu carbon leakage).

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Exkurs – Perspektiven für den Wasserstoffhochlauf in der Metropole Ruhr
Gutachten 25. Januar 2024 Vanessa Hünnemeyer / Hanno Kempermann / Thorsten Lang / Fabian Meeßen

Wasserstoffranking 2023: Exkurs – Perspektiven für den Wasserstoffhochlauf in der Metropole Ruhr

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