Nach über einem Vierteljahrhundert an Verhandlungen haben die EU und die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) Anfang Januar in Paraguay ein Freihandelsabkommen unterzeichnet.
Wirtschaftliche Resilienz durch Handelsabkommen
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Nach über einem Vierteljahrhundert an Verhandlungen haben die EU und die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) Anfang Januar in Paraguay ein Freihandelsabkommen unterzeichnet.
Jedoch hat das Europäische Parlament das Inkrafttreten des Abkommens ausgebremst, indem es mit knapper Mehrheit eine Rechtsprüfung durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) veranlasst hat. Der EuGH wird nun prüfen, ob durch das Abkommen etwa Verbraucherschutz- und Umweltstandards der EU geschwächt werden. Ein Urteil könnte bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen. Die Europäische Kommission erwägt, das Abkommen vorläufig in Kraft zu setzen. Ein Vorgehen, das sie auch bei dem Freihandelsabkommen der EU mit Kanada angewandt hat.
Durch das Abkommen würden die Zollschranken zwischen den beiden Staatenblöcken für über 90 % der Waren nach und nach entfallen. Das würde einen willkommenen Schub für die gegenseitigen Handelsbeziehungen auslösen. So konnten zwar sowohl die Exporte als auch die Importe der EU in die bzw. aus den Mercosur-Staaten nach dem Einbruch durch die Coronapandemie 2020 kräftig steigen, aber in der längeren Frist haben sich insbesondere die Exporte in die Region kaum verändert. Berücksichtigt man zudem Preiseffekte, gab es sogar einen leichten Rückgang zwischen 2013 und 2024. Die Mercosur-Staaten standen im Jahr 2024 lediglich für rund 2,3 % der gesamten europäischen Exporte und 2,2 % der Importe. Gemessen daran, ist die EU für die Mercosur-Staaten im Handel sehr viel wichtiger. So stand die EU 2024 für rund 14,5 % der Exporte der Region und sogar über 20 % ihrer Importe. Aber insbesondere auf der Exportseite Südamerikas hat die Bedeutung der EU seit Jahren stark abgenommen, während die Chinas rasant steigt.
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