1. Home
  2. Studien
  3. Wege zu mehr Wohneigentum in NRW: Sozialen Aufstieg und private Altersvorsorge stärken
Gutachten 25. Februar 2025 Pekka Sagner / Michael Voigtländer Wege zu mehr Wohneigentum in NRW: Sozialen Aufstieg und private Altersvorsorge stärken

Deutschland ist Mieternation. Nach aktuellen Zahlen leben mehr Menschen in einer Mietwohnung als in einer selbstgenutzten Wohnung. Im letzten Jahrzehnt ist trotz niedriger Zinsen die Wohneigentumsquote sogar gefallen.

PDF herunterladen
Sozialen Aufstieg und private Altersvorsorge stärken
Gutachten 25. Februar 2025 Pekka Sagner / Michael Voigtländer

Wege zu mehr Wohneigentum in NRW: Sozialen Aufstieg und private Altersvorsorge stärken

Gutachten im Auftrag der LEG Immobilien SE

Pekka Sagner / Michael Voigtländer Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Deutschland ist Mieternation. Nach aktuellen Zahlen leben mehr Menschen in einer Mietwohnung als in einer selbstgenutzten Wohnung. Im letzten Jahrzehnt ist trotz niedriger Zinsen die Wohneigentumsquote sogar gefallen.

In der vorliegenden Studie wurden mit einem besonderen Blick auf Nordrhein-Westfalen die Gründe für diese Entwicklung, die volkswirtschaftliche Bedeutung des Wohneigentums sowie Möglichkeiten untersucht, wie die Wohneigentumsbildung gestärkt werden kann. Dies sind die zentralen Ergebnisse:

  • Wie in Deutschland insgesamt ist auch in NRW die Wohneigentumsquote gesunken, im Zeitraum 2011 bis 2022 um 1,6 Prozentpunkte. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Wohneigentumsquoten dicht besiedelter Städte wie Düsseldorf mit 21,8 Prozent und Köln mit 24,5 Prozent sowie ländlicherer Kreise wie Coesfeld mit 55,0 Prozent oder Euskirchen mit 58,1 Prozent.
  • Vor der Zinswende lagen die Annuität-Einkommensverhältnisse in NRW typischerweise unter 25 Prozent. Doch ab 2022, nach dem Zinsanstieg, wuchs dieser Anteil schnell auf bis zu 38 Prozent im vierten Quartal 2022 an. Obwohl die Belastung seither wieder gesunken ist, lag der Anteil im dritten Quartal 2024 immer noch bei hohen 35 Prozent.
  • Die Erschwinglichkeit ist allerdings nicht der primäre Erklärungsfaktor für die geringe Wohneigentumsdynamik. Das wesentliche Hemmnis für die meisten Menschen ist der Mangel an Ersparnissen beziehungsweise an Eigenkapital. Nicht zuletzt die hohen Transaktionskosten – darunter die Grunderwerbsteuer – zehren den Großteil der Ersparnisse bereits auf oder überfordern die Haushalte. Nur 12 Prozent der jungen Mieter verfügen über ein Finanzvermögen von mehr als 60.000 Euro.
  • Mehr Wohneigentum würde die Altersvorsorge stärken, die Vermögensungleichheiten verringern und auch die Akzeptanz der Marktwirtschaft verbessern. Darüber hinaus stellt Wohneigentum einen ultimativen Schutz vor Verdrängung dar und trägt zur Stärkung des Umlands gegenüber den Metropolen bei.
  • Angesichts enger öffentlicher Haushalte dürfte eine signifikante Absenkung der Grunderwerbsteuer zwar eine wünschenswerte, aber schwer zu realisierende Option sein. Doch es gibt sinnvolle Alternativen, die mit deutlich geringeren Kosten verbunden sind. Diskutiert werden in dem Gutachten Bürgschaftsprogramme, eine Hypothekenversicherung und Nachrangdarlehen.
  • Insbesondere ein Modell mit Nachrangdarlehen könnte über die NRW.Bank sehr schnell umgesetzt werden. Nachrangdarlehen sind eigenkapitalersetzende Darlehen, die somit geeignet sind, den Mangel an Ersparnissen zu kompensieren. Sinnvoll wäre es darüber hinaus, die Grunderwerbsteuer zu flexibilisieren, indem die Steuerschuld – zum Beispiel über die NRW.Bank – finanziert würde. Gerade Haushalten mit niedrigen Einkommen oder mit Kindern könnten dabei auch Tilgungszuschüsse oder günstige Kreditkonditionen angeboten werden. Insofern beinhaltet diese Lösung auch vielfältige Gestaltungsoptionen. Schleswig-Holstein bietet bereits ein Programm mit Nachrangdarlehen an, an dem sich NRW orientieren könnte.
PDF herunterladen
Sozialen Aufstieg und private Altersvorsorge stärken
Gutachten 25. Februar 2025 Pekka Sagner / Michael Voigtländer

Wege zu mehr Wohneigentum in NRW: Sozialen Aufstieg und private Altersvorsorge stärken

Gutachten im Auftrag der LEG Immobilien SE

Pekka Sagner / Michael Voigtländer Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
IW-Wohnindex Q3/2026: Zinsentwicklung bremst den Wohnungsmarkt erneut aus
IW-Report Nr. 44 23. Oktober 2026 Pekka Sagner / Michael Voigtländer

IW-Wohnindex Q3/2026: Zinsentwicklung bremst den Wohnungsmarkt erneut aus

Der IW-Wohnindex zeigt die Auswirkungen der jüngsten Zinsentwicklung auf den Wohnungsmarkt in Deutschland. Aufgrund der höheren Finanzierungskosten sinkt die Nachfrage nach Kaufobjekten, weshalb die Preise im Wesentlichen stagnieren.

Pekka Sagner / Michael Voigtländer IW

Artikel lesen
Welt TV 19. Oktober 2026 Michael Voigtländer bei Welt TV

Enteignungspläne in Berlin: „Wird Jahre dauern, bis man sich davon erholt“

IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer warnt im Interview bei Welt TV vor den Folgen geplanter Vergesellschaftungen in Berlin. „Wir werden die Wohnungsmarktprobleme einfach vergrößern.“

Michael Voigtländer bei Welt TV IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880