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Peter Bofinger / Sebastian Dullien / Gabriel Felbermayr / Clemens Fuest / Michael Hüther / Jens Südekum / Beatrice Weder di Mauro IW-Policy Paper 11. März 2020 Corona-Krise: Wirtschaftliche Implikationen der Corona-Krise und wirtschaftspolitische Maßnahmen

Die Corona-Krise hat in China ihren Ausgangspunkt genommen und dort auch die bisher größten gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schäden verursacht. Aber mittlerweile sind auch in Japan, Korea, USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und vor allem Italien hohe und rapide wachsende Fallzahlen des Coronavirus (COVID-19) zu verzeichnen.

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Wirtschaftliche Implikationen der Corona-Krise und wirtschaftspolitische Maßnahmen
Peter Bofinger / Sebastian Dullien / Gabriel Felbermayr / Clemens Fuest / Michael Hüther / Jens Südekum / Beatrice Weder di Mauro IW-Policy Paper 11. März 2020

Corona-Krise: Wirtschaftliche Implikationen der Corona-Krise und wirtschaftspolitische Maßnahmen

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Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Die Corona-Krise hat in China ihren Ausgangspunkt genommen und dort auch die bisher größten gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schäden verursacht. Aber mittlerweile sind auch in Japan, Korea, USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und vor allem Italien hohe und rapide wachsende Fallzahlen des Coronavirus (COVID-19) zu verzeichnen.

Relativ zur Bevölkerung weisen Korea und Italien mittlerweile höhere Fallzahlen als China auf (0,014% und 0,010% der Bevölkerung versus 0,006%). Betrachtet man die aktiven Fälle, so befinden sich fast 60 Prozent der aktuell rund 45.000 Fälle außerhalb Chinas; knapp die Hälfte davon im Europäischen Wirtschaftsraum. In den USA könnten die Fallzahlen deutlich höher sein als bisher bekannt ist, weil bisher nur sehr wenige Tests durchgeführt wurden.

Für Deutschland und Europa ist besonders bedenklich, dass vor allem in Italien, aber auch in anderen europäischen Ländern, die Anzahl der neu gemeldeten Infektionen zum Teil beschleunigt ansteigt, während in China und Südkorea der Höhepunkt der Infektionswelle überschritten zu sein scheint.

Zusammen repräsentieren die Vereinigten Staaten, China, Japan, Deutschland, das Vereinigte Königreich, Frankreich und Italien

  • 60% der weltweiten Wirtschaftstätigkeit (Bruttoinlandsprodukt),
  • 65% der weltweiten Industrieproduktion und
  • 41% der weltweiten Güterexporte (Baldwin und Tomiura 2020)

Die wesentliche Schwierigkeit im ökonomischen Umgang mit dem Coronavirus ergibt sich daraus, dass es in den betroffenen Volkswirtschaften sowohl einen Angebotsschock als auch einen Nachfrageschock auslöst. Der massive Einbruch an den Börsen und die Flucht in sichere Anlagen ist eine Reaktion auf diese Schocks, kann aber weitere Erschütterungen auslösen und die Abwärtsdynamik in der Realwirtschaft verstärken.

Das Ausmaß dieser Schocks ist stark von Erwartungen und damit von psychologischen Faktoren abhängig. Wirtschaftspolitische Maßnahmen müssen auf diese Spezifika hin abgestimmt und zielgerichtet sein. Entscheidende Bedeutung haben dabei das Timing und die Kommunikation der Maßnahmen. Das wichtigste Ziel besteht in der Sicherung des Vertrauens, dass die Gesundheitskrise nicht zu einer systemischen Wirtschaftskrise wird, die den Arbeitsmarkt, Banken und Finanzmärkte erfasst und so die heimische Nachfrage zusätzlich schwächt.

Deutschland ist von diesen Entwicklungen in besonderem Maße betroffen. Denn als offene Volkswirtschaft, die intensiv in die globalen Wertschöpfungsketten eingebunden ist, ist es stärker als andere Länder von den wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus gefährdet.

Das am 8.3.2020 vom Koalitionsausschuss beschlossene Maßnahmenpaket weist eine Reihe von zielführenden Maßnahmen auf. Insbesondere werden dort Ausweitungen beim Kurzarbeitergeld angekündigt. Dies geht in die richtige Richtung. Daneben wird darauf hingewiesen, dass den Unternehmen „bewährte Finanzierungsinstrumente“ zur Verfügung stehen, um eine Liquiditätskrise bei betroffenen Unternehmen zu verhindern. Auch dies ist im Grundsatz zu begrüßen, aber reicht nicht aus. Es sind bereits jetzt weitergehende Schritte erforderlich. Das Maßnahmenpaket muss an entscheidenden Stellen präzisiert, nachgebessert und ausgeweitet werden. Hierzu steht die Regierung aktuell in intensiven Konsultationen mit Unternehmen, Gewerkschaften, Verbänden und der Wissenschaft. In diesen Diskussionsprozess möchten wir uns konstruktiv einbringen.

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