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IW-Report Nr. 66 19. Dezember 2025 Maximilian Stockhausen / Judith Niehues / Henrik Engel IW-Verteilungsreport 2025: Einkommensverteilung in Deutschland und der Europäischen Union

Trotz Rezession und Inflation lag Deutschland auch im Jahr 2023 unter den fünf Ländern der Europäischen Union (EU) mit der höchsten mittleren Kaufkraft der Einkommen.

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IW-Verteilungsreport 2025
IW-Report Nr. 66 19. Dezember 2025 Maximilian Stockhausen / Judith Niehues / Henrik Engel

IW-Verteilungsreport 2025: Einkommensverteilung in Deutschland und der Europäischen Union

Maximilian Stockhausen / Judith Niehues / Henrik Engel Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Trotz Rezession und Inflation lag Deutschland auch im Jahr 2023 unter den fünf Ländern der Europäischen Union (EU) mit der höchsten mittleren Kaufkraft der Einkommen.

Obwohl die subjektiven Bewertungen des Haushaltsnettoeinkommens gegenüber dem Beginn der Coronapandemie – wie in vielen der einkommensstarken Länder – etwas negativer ausfallen, gibt es innerhalb der EU weiterhin nur wenige Länder, in denen die Einschätzungen positiver sind als in Deutschland. Tatsächlich berichteten in der europäischen Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) im Jahr 2023 in keinem der EU-27-Staaten weniger Menschen, relativ schlecht, schlecht oder sehr schlecht mit ihrem Einkommen auszukommen – und nur in den Niederlanden, Luxemburg und Schweden gaben mehr Menschen an, finanziell gut oder sehr gut zurechtzukommen. Dies spiegelt sich auch in der Entwicklung der Einkommensungleichheit wider. So zeichnet sich nach 2020 sowohl auf Basis des EU-SILC als auch des Mikrozensus (MZ) eine im Wesentlichen stabile Einkommensverteilung auf einem Niveau des Gini-Koeffizienten von 0,3 oder knapp darunter ab. Im europäischen Vergleich ein durchschnittliches Niveau, welches ähnlich zu Schweden ist, und das sich seit 2005 auf Basis der Mikrodaten der amtlichen Statistik in Deutschland kaum verändert hat. Das Einkommensarmutsrisiko (präziser: Niedrigeinkommensquote) ist im EU-27-Vergleich unterdurchschnittlich ausgeprägt und hat sich nach überwiegender Datenlage nach 2020 strukturell nicht verschlechtert. Bezüglich der langfristigen Entwicklung des Armutsrisikos gilt es zu beachten, dass unterschiedliche Datenquellen teilweise voneinander abweichende Trends aufweisen. Während im EU-SILC die Entwicklung des Armutsrisikos zwischen 2008 und 2023 weitestgehend unauffällig bleibt und sich im Bereich von 15 Prozent bis 16 Prozent bewegt, zeichnet sich im MZ zwischen 2005 und bis zum Zeitreihenbruch im Jahr 2019 zunächst ein ansteigender Trend ab, der sich in großen Teilen durch die erhöhte Zuwanderung seit 2010 erklären lässt. Nach dem Jahr 2020 ist die Niedrigeinkommensquote – bei gleichzeitig sinkender realer Niedrigeinkommensschwelle – auf Basis des MZ leicht rückläufig. Vor dem Hintergrund der krisengeprägten Entwicklungen der vergangenen Jahre kann die in der Gesamtschau weitestgehend stabile Verteilungssituation durchaus als positiv bewertet werden.
 

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