1. Home
  2. Studien
  3. Bürokratielasten aus Sicht der deutschen Chemie-, Pharma- und kunststoffverarbeitenden Industrie
IW-Report Nr. 33 6. Juli 2026 Klaus-Heiner Röhl / Edgar Schmitz / Miriam Lammers Bürokratielasten aus Sicht der deutschen Chemie-, Pharma- und kunststoffverarbeitenden Industrie

Die Unternehmen der Chemieindustrie, der pharmazeutischen Industrie und der kunststoffverarbeitenden Industrie sind durch staatliche Bürokratie hoch belastet.

PDF herunterladen
Befragungsergebnisse und Handlungsempfehlungen
IW-Report Nr. 33 6. Juli 2026 Klaus-Heiner Röhl / Edgar Schmitz / Miriam Lammers

Bürokratielasten aus Sicht der deutschen Chemie-, Pharma- und kunststoffverarbeitenden Industrie

Klaus-Heiner Röhl / Edgar Schmitz / Miriam Lammers Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Die Unternehmen der Chemieindustrie, der pharmazeutischen Industrie und der kunststoffverarbeitenden Industrie sind durch staatliche Bürokratie hoch belastet.

Es gibt zahlreiche fertigungs- und produktspezifische Regulierungen, etwa mit der europäischen REACH-Verordnung im Chemikalienrecht, der Wirkstoffherstellungsverordnung (AMWHV) und dem Arzneimittelrecht für die Pharmaindustrie oder auch im Emissionsrecht für industrielle Anlagen. Im Rahmen des IW-Zukunftspanels wurden im Herbst 2025 gut 1.080 Unternehmen zu ihrer Wahrnehmung der Bürokratiebelastung und ihrer Entwicklung, den Gründen für die Zunahmen von Bürokratie und Regulierung sowie den Schwierigkeiten, Bürokratie wirksam abzubauen, befragt. 90 der teilnehmenden Unternehmen entstammten den Zweigen der Chemieindustrie und Pharmaindustrie sowie der kunststoffverarbeitenden Industrie. 74 Prozent der Unternehmen aus diesen drei teilweise miteinander verbundenen Industriebereichen beklagten in der Befragung eine Zunahme der Bürokratiebelastung innerhalb der vergangenen drei Jahre, 15 Prozent der Unternehmen mussten zur Bewältigung des Anstiegs zusätzliches Personal einstellen. Fast drei Viertel der Unternehmen beklagen, dass Verwaltungsbeschäftigte Ermessensspielräume nicht angemessen ausschöpfen und fast ebenso viele Unternehmen kritisieren ein aus ihrer Sicht schleppendes Bearbeitungstempo der Behörden.

Als Maßnahmen gegen die zunehmende Bürokratisierung empfehlen die befragten Unternehmen, sowohl vor der Einführung neuer Gesetze im legistischen Prozess als auch beim Bestand anzusetzen, indem die vorhandenen Gesetze systematisch auf Sinn und Wirksamkeit bei der Erreichung der angestrebten Ziele überprüft werden. Eine One-in-two-out-Lösung für Belastungen durch neue Bestimmungen könnte den Gesetzgeber veranlassen, für Belastungen aus neuen Gesetzen konsequent höhere Entlastungen im Bestand umzusetzen – oder eben auf das neue Gesetz zu verzichten. Mehr als 9 von 10 Chemie-, Kunststoff- und Pharmaunternehmen sehen in verschlankten EU-Vorgaben die beste Möglichkeit zum Bürokratieabbau, was auf die hohe Bedeutung der EU-Regulierung für die Branchen hinweist. Fast ebenso viele Firmen plädieren für mehr außergerichtliche Einigungen. Jenseits der Befragungsergebnisse stellen Praxischecks ein Instrument dar, mit dem die zuständigen Bundesministerien gemeinsam mit Behörden und den betroffenen Unternehmen die Wirkungen der Gesetzgebung überprüfen, Widersprüche aufdecken und Verbesserrungen einleiten können. 
 

DOI: 10.67087/12.21362

PDF herunterladen
Befragungsergebnisse und Handlungsempfehlungen
IW-Report Nr. 33 6. Juli 2026 Klaus-Heiner Röhl / Edgar Schmitz / Miriam Lammers

Bürokratielasten aus Sicht der deutschen Chemie-, Pharma- und kunststoffverarbeitenden Industrie

Klaus-Heiner Röhl / Edgar Schmitz / Miriam Lammers Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Die Regierungsspitzen haben heute die 34 Reformschritte vorgestellt. Zwar ist es kein großer Wurf, aber dennoch das richtige Signal.
IW-Nachricht 2. Juli 2026 Tobias Hentze et al.

Reformpaket: Was die Beschlüsse für die Wirtschaft bedeuten

Steuern, Arbeitsmarkt, Bürokratie: Die Koalition hat ein umfassendes Reformpaket vorgestellt. 34 Reformschritte, aber kein großer Wurf – und trotzdem das richtige Signal. Die IW-Einschätzung zu den einzelnen Maßnahmen.

Tobias Hentze / Martin Beznoska / Oliver Stettes / Vera Demary IW

Artikel lesen
IW-Report Nr. 30 29. Juni 2026 Klaus-Heiner Röhl / Edgar Schmitz

Bürokratielasten aus Sicht der deutschen Metall- und Elektroindustrie

Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie sind durch staatliche Bürokratie hoch belastet.

Klaus-Heiner Röhl / Edgar Schmitz IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880