Dieses Kurzgutachten gibt einen Überblick über vorliegende Studien zur Bürokratiebelastung der Unternehmen und der Entwicklung der Bürokratie.
Bürokratie in Deutschland: Stand und Handlungsempfehlungen
Kurzgutachten im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Dieses Kurzgutachten gibt einen Überblick über vorliegende Studien zur Bürokratiebelastung der Unternehmen und der Entwicklung der Bürokratie.
Die reinen administrativen Berichts- und Dokumentationspflichten der Bundesgesetzgebung enthalten circa 100.000 Einzelbestimmungen, die in der deutschen Wirtschaft laufende Kosten in Höhe von 64 Milliarden Euro verursachen. Hier sind weder EU-Verordnungen noch Landes- und Kommunalrecht enthalten, ebenso fehlen die Kosten durch Gesetzesänderungen und der Erfüllungsaufwand. Während der Bürokratiekostenindex des Statistischen Bundesamtes basierend auf der engen Definition der Berichts- und Dokumentationspflichten aus Bundesgesetzen in den letzten Jahren einen leichten Rückgang aufweist, weisen Befragungen von Unternehmen sowie weiterführende Untersuchungen, die auch das EU-Recht berücksichtigen, auf eine deutliche Belastungszunahme hin. In einer repräsentativen Befragung des IW-Zukunftspanels gaben im Herbst 2025 55 Prozent der Unternehmen an, dass der Bürokratieaufwand spürbar gestiegen ist, weitere 25 Prozent sehen ihn zumindest als etwas gestiegen. Fast ein Fünftel der Befragten musste zu seiner Bewältigung neue Stellen schaffen. Auch eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie eine Befragung im Rahmen der IW-Beschäftigtenbefragung zeigen einen steigenden Zeit- und Personalaufwand für Bürokratie.
Neben einer kräftigen Zunahme der Regulierung durch die EU in den letzten zehn Jahren erweist sich dabei auch die Übererfüllung von EU-Recht in Deutschland als Problem. Im internationalen Bürokratievergleich zeigt sich Deutschland im Steuerecht hoch belastet. In der Gründungsbürokratie liegt es nach OECD-Angaben auf dem letzten Platz der EU-Länder, in der gesamten Marktzugangsregulierung im Mittelfeld. Ein beherzter Bürokratieabbau könnte erhebliche Wachstumseffekte in Deutschland auslösen, was angesichts der Dauer-stagnation der Wirtschaft besonders relevant erscheint. Empfehlungen zur Bürokratiereduktion stützen sich auf einen mehrdimensionalen Ansatz, der mehr vertrauensbasierte Regulierung zur Begrenzung neuer Gesetze, eine wirkungsvolle Evaluation des Bestands, eine digitale Verwaltung mit einem einheitlichen Online-Portal für Unternehmen und modernisierten Registern zur Vermeidung von Mehrfacheingaben gleicher Sachverhalte bei verschiedenen Ämtern sowie eine bessere Abstimmung der gesetzgebenden Ebenen Bund, EU und Länder umfasst. Die Umsetzung der inzwischen zahlreich vorliegenden Vorschläge für Bürokratierückbau und die Modernisierung des Staates hängt aber vom politischen Willen hierzu ab.
Bürokratie in Deutschland: Stand und Handlungsempfehlungen
Kurzgutachten im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Bürokratieabbau: „Digitalminister geht Bürokratieabbau sinnvoll an”
Das Entlastungskabinett tagt zum Bürokratieabbau, viel soll geschehen beim Abbau von Hürden und der Vernetzung zwischen Behörden. IW-Bürokratieabbauexperte Klaus-Heiner Röhl sieht gute Ansätze, aber möglicherweise nicht genügend Zeit für die aktuelle Regierung.
IW
Bürokratielasten aus Sicht der deutschen Chemie-, Pharma- und kunststoffverarbeitenden Industrie
Die Unternehmen der Chemieindustrie, der pharmazeutischen Industrie und der kunststoffverarbeitenden Industrie sind durch staatliche Bürokratie hoch belastet.
IW