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Klaus-Heiner Röhl / Christoph Schröder IW-Analyse Nr. 113 3. März 2017 Regionale Armut in Deutschland: Risikogruppen erkennen, Politik neu ausrichten

Die IW-Analyse untersucht, wo Handlungsbedarf zur Bekämpfung der Armut in Deutschland besteht, welchen Gruppen wie am besten zu helfen ist und welche Regionen in Deutschland am meisten von Kaufkraftarmut und Einkommensungleichheit betroffen sind.

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Risikogruppen erkennen, Politik neu ausrichten
Klaus-Heiner Röhl / Christoph Schröder IW-Analyse Nr. 113 3. März 2017

Regionale Armut in Deutschland: Risikogruppen erkennen, Politik neu ausrichten

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Die IW-Analyse untersucht, wo Handlungsbedarf zur Bekämpfung der Armut in Deutschland besteht, welchen Gruppen wie am besten zu helfen ist und welche Regionen in Deutschland am meisten von Kaufkraftarmut und Einkommensungleichheit betroffen sind.

Daher sollen diese Fragen der Armutsforschung und Armutspolitik hier aufgegriffen werden. Eine detaillierte Analyse kann die Grundlage liefern, um auf effiziente Weise Maßnahmen zur Armutsbekämpfung mit regionalpolitischen Instrumenten zu verknüpfen. Dabei steht die Diskussion um eine Neuorientierung und Neugestaltung der Regionalförderung ohnehin an: Im Jahr 2019 läuft der Solidarpakt II für die neuen Bundesländer aus und die „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) als Kern der deutschen Regionalpolitik ist neu zu regeln.

In regionalen Armutsvergleichen für Deutschland wurde bisher meist außer Acht gelassen, dass es zwischen den Regionen nennenswerte Preisunterschiede gibt. Diese bedeuten, dass man sich von demselben Einkommen in den verschiedenen Regionen unterschiedlich viel leisten kann. Wenn es aber bei monetärer Armut darum gehen soll, dass ein bestimmtes Einkommen auch einen (national einheitlichen) Mindestlebensstandard sichert, dann ist es geboten, die Armut in Deutschland nicht an einem einheitlichen Maßstab für das Einkommen, sondern für die Kaufkraft festzumachen und damit regional differierende Preisniveaus zu berücksichtigen. Dies geschieht in der vorliegenden Untersuchung der Armut in Deutschland.

In Kapitel 2 werden zunächst die Armutsbegriffe geklärt und es wird verdeutlicht, dass Armut mehrdimensional ist und beispielsweise auch über fehlende Entfaltungsmöglichkeiten erklärt werden kann. Ein im Vergleich zur Mitte niedriges Einkommen ist daher allenfalls ein Aspekt von Armut – wenn auch ein bedeutender – und spiegelt Einkommensungleichheit wider; allerdings als besonderes Maß, das nicht die gesamte Einkommensverteilung betrachtet. Diskutiert werden nachfolgend auch die Vor- und Nachteile, einen Schwellenwert für Einkommensarmut national oder regional zu setzen. Hier wird beiden Betrachtungsweisen ihre Gültigkeit zugesprochen. So wird der Zusammenhang zwischen den Größen Einkommensarmut mit nationalem Schwellenwert, intraregionale Einkommensarmut und mittleres Einkommensniveau der Regionen – quasi die interregionale Armut – dargestellt.

Armut in Deutschland: Die niedrigen Preise im Osten erleichtern das Leben

Anteil Kaufkraftarmer und Einkommensarmer in Prozent im Jahr 2014

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Armut ist eine Frage des Preisniveaus

In Kapitel 3 wird das technische Vorgehen zur Preisbereinigung erläutert und so der methodische Weg von der Einkommensarmut zur Kaufkraftarmut als preisbereinigter Einkommensarmut beschrieben. Dabei werden die Möglichkeiten und Grenzen einer Preisbereinigung mit den zurzeit verfügbaren Preisdaten aufgezeigt. Kapitel 4 stellt die wichtigsten regionalen Ergebnisse für die Einkommensarmut ohne Preisbereinigung, für die Kaufkraftarmut, für die intraregionale Einkommensarmut und für das Kaufkraftniveau gegenüber. Die Vergleiche werden sowohl auf der Ebene der Bundesländer – hier mit Fokus auf das Armutsgefälle zwischen Ost- und Westdeutschland – als auch auf kleinräumigerer Ebene durchgeführt, wobei dort besonders die Unterschiede zwischen Stadt und Land in den Blick genommen werden.

Bekämpfung der Armut in Deutschland

Kapitel 5 beschreibt, inwieweit die Unterschiede in der soziodemografischen Struktur das Gefälle zwischen Ost und West einerseits und zwischen Stadt und Land andererseits erklären. Zur Konkretisierung werden die Profile von Regionen mit besonders hoher und mit besonders niedriger Armutsgefährdungsquote sowie der größten Städte in Deutschland beschrieben, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede an beiden Seiten des Spektrums darzustellen. Kapitel 6 stellt zunächst zielgerichtete Maßnahmen zur Armutsbekämpfung dar, die die Gruppen mit erhöhtem Armutsrisiko adressieren. Abschließend wird in Kapitel 7 gezeigt, wie sich Armutsbekämpfung und Regionalförderung zukünftig besser miteinander verzahnen lassen, indem die Regionalpolitik nach 2020 stärker auf städtische Regionen mit Strukturproblemen ausgerichtet wird.

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