In den letzten Jahren leben wieder mehr Kinder in Deutschland. Hatte die Geburtenzahl im Jahr 2011 mit 663.000 ihren Tiefstand erreicht, waren es im Jahr 2018 wieder 788.000. Gleichzeitig sind in den fünf Jahren von 2014 bis einschließlich 2018 insgesamt 846.000 Minderjährige zugewandert, von denen 476.000 weniger als 10 Jahre alt waren. (Statistisches Bundesamt, 2019; eigene Berechnungen). Dies macht sich langsam auch an den Grundschulen bemerkbar. Hatte die Schülerzahl im Schuljahr 1997/1998 mit 3,70 Millionen einen Höchststand erreicht, war sie in den folgenden 16 Jahren fast kontinuierlich auf nur noch 2,71 Millionen in den Schuljahren 2013/2014 und 2014/2015 zurückgegangen. Seitdem ist sie wieder bis auf 2,80 Millionen im Schuljahr 2018/2019 gestiegen (Statistisches Bundesamt, versch. Jg.) . Dabei ist anzumerken, dass diese Zahlen nur die ersten bis vierten Klassen enthalten. Die fünften und sechsten an den Berliner und Brandenburger Grundschulen werden in der Schulstatistik als schulartunabhängige Orientierungsstufe verbucht.

Betrachtet man nicht nur die Grundschüler, sondern alle Schüler in den Jahrgangsstufen eins bis vier, ist ihre Zahl zwischen den Schuljahren 2014/2015 und 2018/2019 sogar noch stärker von 2,88 Millionen auf 3,00 Millionen gestiegen. Dies erklärt sich vor allem mit dem starken Ausbau der Primarstufen an den integrierten Gesamtschulen in Baden-Württemberg, die dort inzwischen 12,5 Prozent und bundesweit 2,6 Prozent der Erst- bis Viertklässler ausmachen. Hingegen ist die Zahl der Förderschüler, die mit einem Anteil von 3,0 Prozent nach den Grundschülern mit 93,5 Prozent die zweitgrößte Gruppe bilden, nahezu konstant geblieben. Die verbleibenden 0,9 Prozent entfallen auf die Waldorfschüler (Statistisches Bundesamt, versch. Jg.; eigene Berechnungen).

In den nächsten Jahren werden aller Voraussicht nach noch deutlich mehr Kinder die erste bis vierte Klasse besuchen. Mit 3,09 Millionen lebten am 31.12.2018 rund 5,6 Prozent mehr Zwei- bis Fünfjährige im Land als Sechs- bis Zehnjährige mit 2,92 Millionen. Null- bis einschließlich Dreijährige waren es mit 3,16 Millionen sogar 8,1 Prozent mehr (Statistisches Bundesamt, 2019; eigene Berechnung). Hinzukommen werden noch Kinder, die in den nächsten Jahren erst zuwandern. Geht man davon aus, dass es nicht zu starken Verschiebungen bei der Migration kommt, und legt man die Zahl von 23.000 im Jahr 2018 zugewanderte Sechs- bis Neunjährige zugrunde (Statistisches Bundesamt, 2019), erscheint für einen Vierjahreszeitraum eine Größenordnung von 100.000 denkbar. Dies entspräche rund 3,4 Prozent der aktuellen Kinderzahl im Alter zwischen sechs und neun Jahren und würde den Anstieg auf rund 9,0 Prozent erhöhen.

Differenziert man nach Bundesländern, sind die Zahlen der Schüler in den Jahrgangsstufen eins bis vier zwischen den Schuljahren 2014/2015 und 2018/2019 in allen Bundesländern außer Niedersachsen angestiegen (Abbildung). Besonders dynamisch war die Entwicklung im Osten und den Stadtstaaten. Zu ersterem ist allerdings anzumerken, dass hier vor dem Hintergrund einer etwas anderen langfristigen Geburtenentwicklung als im Westen zuvor auch ein besonders starker Rückgang zu verzeichnen war.