In Deutschland werden immer mehr Betreuungsplätze für unter Dreijährige benötigt. So ist der Anteil der Kinder im Alter von unter drei Jahren, für die sich die Eltern eine institutionelle Betreuung wünschen, Befragungen im Auftrag des Bundesfamilienministeriums zufolge von 39,4 Prozent im Jahr 2012 (BMFSFJ, 2015) auf 45,2 Prozent im Jahr 2017 (BMFSFJ, 2018) gestiegen. Im Jahr 2016 lag der ermittelte Betreuungsbedarf mit 46,0 Prozent (BMFSFJ, 2017) zwar noch etwas höher, die längerfristige Tendenz ist jedoch eindeutig. Gleichzeitig ist zwischen dem 31.12.2012 und dem 31.12.2017 auch die Zahl der unter Dreijährigen um 327.000 auf nunmehr 2,35 Millionen gestiegen (Statistisches Bundesamt, 2018a; eigene Berechnungen). Ursächlich hierfür war nicht nur die starke Zuwanderung der letzten Jahre, sondern auch, dass in Deutschland wieder mehr Kinder zur Welt kommen.

Vor diesem Hintergrund schreitet der Betreuungsausbau aktuell nur sehr langsam voran, obwohl seit dem 1.8.2013 für Kinder im Alter ab zwölf Monaten ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz besteht. So ist die Zahl der unter Dreijährigen in staatlicher oder staatlich geförderter Betreuung in Kindertageseinrichtungen oder bei Tagespflegepersonen zwischen dem 1.3.2013 und dem 1.3.2018 nur um 193.000 auf 790.000 gestiegen. Gegenüber dem 1.3.2017 lag die Zunahme sogar nur bei 27.000. Allerdings ist anzumerken, dass in dieser Zeit vor dem Hintergrund der steigenden Kinderzahl auch viele Plätze im Kindergartenbereich neu geschaffen werden mussten. So lag die Zahl der betreuten Kinder zwischen drei und fünf Jahren am 1.3.2018 mit 2,07 Millionen um 130.000 höher als am 1.3.2013 und um 52.000 höher als am 1.3.2017 (Statisches Bundesamt, 2013, 2017, 2018b; eigene Berechnungen). Insgesamt wurden innerhalb des letzten Jahres also rund 79.000 zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder unter sechs Jahren geschaffen, was für die zuständigen Kommunen eine große Leistung darstellt.