Obwohl sich Bildungsarmut negativ auf die Erwerbsperspektiven auswirkt (IAB, 2017), sind in Deutschland auch viele Personen mit Lücken in der Grundbildung am Arbeitsmarkt aktiv. Eine eigene Auswertung der PIAAC-Erhebung zur Untersuchung von Alltagsfertigkeiten Erwachsener aus den Jahren 2011 und 2012 (OECD, 2018) ergibt, dass 15,3 Prozent der Erwerbstätigen bei der Lesekompetenz lediglich Stufe 1 oder darunter erreichen. Das bedeutet, dass sie maximal kurze Texte zu vertrauten Themen lesen und einzelne spezifische Informationen lokalisieren können, die der Form nach identisch mit der in der Frage oder Anweisung enthaltenen Information sind. Bei 15,0 Prozent liegen die alltagsmathematischen Kenntnissen auf Kompetenzstufe 1 oder darunter. Sie können also höchstens mathematische Prozesse in geläufigen, konkreten Kontexten ausführen, die das Zählen, Sortieren, die Grundrechenarten und das Verstehen einfacher Prozentsätze umfassen.

Betrachtet man nur beschäftigte Personen in an- und ungelernten Helfertätigkeit (ISCO-88, Hauptgruppe 9), haben mit 48,8 Prozent etwa die Hälfte in mindestens einem und mit 33,9 Prozent rund ein Drittel in beiden Bereichen gravierende Lücken. Der Anteil derer mit sehr niedriger Lesekompetenz liegt hier bei 39,2 Prozent und derer mit niedriger mathematischer Kompetenz bei 43,5 Prozent. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung in der Arbeitswelt steigen allerdings die Anforderungen an die Beschäftigten auch im Helferbereich. Insbesondere gilt das mit Blick auf die Kommunikationskompetenzen (Hammermann/Stettes, 2016).