Während es bei der letzten Befragung für den IW- Immobilien-Index einen regelrechten Einbruch bei den Erwartungen gab, haben sich diese nun auf dem niedrigen Niveau gefestigt. Für die Immobilienwirtschaft insgesamt beträgt der Wert -6 Punkte, das heißt eine Mehrheit glaubt an eine schlechtere Entwicklung in den nächsten zwölf Monaten (Abbildung). Zu berücksichtigen ist aber auch immer die Einschätzung der aktuellen Lage, die das Ausgangsniveau auch für die Erwartungen markiert. Mit einem Wert von 73,5 bewerten die antwortenden leitenden Angestellten der Branche die Lage immer noch als gut, und gegenüber den beiden Vorquartalen gab es auch ein kleines Plus. Entsprechend gehen die befragten Unternehmen eher von einer Stagnation auf gutem Niveau aus, als dass sie mit einem Einbruch rechnen.

Betrachtet man die einzelnen Sektoren, sind einige Unterschiede bemerkbar. Besonders volatil zeigt sich traditionell der Handel. Hier wird die Lage aktuell mit einem Wert von 94,7 bewertet, die Erwartungen liegen aber bei einem Wert von -15,8. Gegenüber dem Vorquartal ist dies eine Verbesserung, aber nichtsdestotrotz sind die Erwartungen damit schlechter als in allen anderen Segmenten. Letztlich spiegelt die hohe Volatilität in den Antworten die große Unsicherheit, die derzeit in der Branche vorherrscht, insbesondere auch aufgrund der strukturellen Herausforderungen (Just, 2019).

Daneben bewertet hauptsächlich die Wohnungswirtschaft die Aussichten pessimistisch. In diesem Segment liegt der Wert für die Erwartungen bei -12,5, der Lagewert wird mit 78,1 bewertet. Auch hier haben sich die Werte signifikant gegenüber dem Vorquartal verbessert, aber sie liegen deutlich unter den Höchstwerten, die die Branche Ende 2017 und 2018 erreicht hatte. Dass spezifisch die Wohnungswirtschaft negative Erwartungen hat, dürfte vor allem auf die Regulierung zurückzuführen sein (siehe unten).

Relativ neutral sehen Projektentwickler und Büroinvestoren die weitere Entwicklung. Bei den Büroinvestoren liegt der Erwartungswert genau bei 0, bei den Projektentwicklern mit 2,4 leicht im positiven Bereich. Auffällig ist jedoch, dass gerade im Segment Büroimmobilien die Lage mit 58,3 besonders schlecht bewertet wird.