Die privaten Vermögen sind hingegen eher ungleich verteilt. In diesem Punkt befindet sich die Bundesrepublik in guter Gesellschaft mit vielen anderen europäischen Staaten mit unterdurchschnittlicher Einkommensungleichheit, hohem Wohlstand und umfangreicher staatlicher Absicherung – wie beispielsweise die skandinavischen Länder.

Um die Höhe der Ungleichheit eines Landes in einer statistischen Kennzahl zusammenzufassen und auch international zu vergleichen, wird häufig der sogenannte Gini-Koeffizient herangezogen. Der Gini-Koeffizient nimmt im Regelfall Werte zwischen 0 und 1 an, je höher der Wert, desto höher ist die Ungleichheit. Im Jahr 2015 lag der Gini-Koeffizient der Nettoeinkommen - also der Einkommen nach Steuern, Sozialbeiträgen und zuzüglich monetärer Transfers - in Deutschland bei 0,29. Mit diesem Wert ist die Einkommensungleichheit heute höher als beispielsweise zu Beginn der 1990er Jahre. Seit 2005 hat sich die Ungleichheit aber nicht mehr statistisch signifikant verändert (Niehues, 2017).