Digitale Geschäftsideen aus Schülersicht

In der Abschlussbefragung des Schülerfirmen-Programms JUNIOR von Juni bis August 2020 wurden insgesamt 2.163 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 21 Jahren nach ihrer Einschätzung zu den Erfolgspotenzialen von digitalen Geschäftsideen befragt (JUNIOR, 2020). Dabei sind die befragten Schülerinnen und Schüler mit digitalen Geschäftsideen vertraut, denn sie gründeten im abgelaufenen Schuljahr eigene Schülerfirmen, entwickelten Geschäftsideen (digital oder analog) und vertrieben ihre Produkte und Dienstleistungen teilweise auch über digitale Marktplätze. Inmitten des Programmjahrs trat die Corona-Pandemie auf. Somit ist davon auszugehen, dass die befragten Schülerinnen und Schüler auch die gesammelten Erfahrungen in der Zeit des Lockdowns, vor allem im Hinblick auf die Bedeutung der Digitalisierung, in ihre Einschätzung mit aufnehmen. 40 Prozent aller Befragten geben an, dass digitale Geschäftsideen im Vergleich zu analogen ein höheres Erfolgspotenzial aufwiesen. Knapp 7 Prozent bevorzugen analoge. Die meisten Schülerinnen und Schüler (53 Prozent) schätzen jedoch das Erfolgspotenzial digitaler und analoger Geschäftsideen identisch ein.

Digitale Geschäftsmodelle aus Unternehmenssicht

Unternehmensbefragungen zeigen, dass digitale Geschäftsmodelle in der Praxis noch wenig verbreitet sind. Nur 24 Prozent der befragten Unternehmen in einer Umfrage des Bitkom planten für 2020 gezielte Investitionen in die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle (Bitkom, 2020). Jedoch sieht auch der Großteil der übrigen Unternehmen die Erfolgspotenziale, denn sie investierten bereits in der Vergangenheit. Einzig 14 Prozent der Unternehmen haben noch nie derartige Investitionen getätigt. Eine Befragung im IW-Zukunftspanel ergab 2019, dass 31 Prozent der befragten Unternehmen ein so genanntes datengetriebenes (und damit digitales) Geschäftsmodell aufwiesen (Fritsch/Krotova, 2020, 7). Die Erfolgspotenziale digitaler Geschäftsmodelle werden also von Unternehmen wahrgenommen, jedoch nicht vollständig ausgeschöpft.