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Hannah Milena Seichter / Philipp Johann Trögeler / Dominik Evcimen IW-Report Nr. 60 21. November 2025 Digitale Barrierefreiheit: Eine Frage des Alters, weniger der Behinderung

Mit dem Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) zum 28. Juni 2025 sind nicht mehr nur öffentliche Einrichtungen zu einer digitalen Barrierefreiheit verpflichtet, sondern auch privatwirtschaftliche Akteure.

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Warum der Abbau digitaler Barrieren Unternehmen und Arbeitnehmenden nutzt
Hannah Milena Seichter / Philipp Johann Trögeler / Dominik Evcimen IW-Report Nr. 60 21. November 2025

Digitale Barrierefreiheit: Eine Frage des Alters, weniger der Behinderung

Hannah Milena Seichter / Philipp Johann Trögeler / Dominik Evcimen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mit dem Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) zum 28. Juni 2025 sind nicht mehr nur öffentliche Einrichtungen zu einer digitalen Barrierefreiheit verpflichtet, sondern auch privatwirtschaftliche Akteure.

Letztere nämlich müssen seit diesem Stichtag bestimmte Waren und Dienstleistungen gegenüber ihren Kundinnen und Kunden digital barrierefrei anbieten. Primäre Zielsetzung dieser gesetzlichen Vorgaben ist es, Barrieren im digitalen Raum abzubauen und so die digitale Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu fördern. Vor dem Hintergrund des BFSG und der diesem zugrundeliegenden gesetzlichen Verpflichtung an die Privatwirtschaft nimmt diese Studie das Thema der digitalen Barrierefreiheit in den Fokus, indem zunächst (1) die Perspektive der Beschäftigten auf digitale Barrierefreiheit untersucht, darauf aufbauend (2) skizziert wird, welche möglichen organisationspolitischen Handlungsbedarfe und Vorteile sich daraus für Unternehmen als Leistende einer digitalen Barrierefreiheit ergeben und (3) worin im Kontext dieser Handlungsbedarfe mögliche Maßnahmen für Unternehmen als Arbeitgebende bestehen könnten.

Als methodische Basis dient eine Beschäftigtenbefragung mit über 5.000 sozialversicherungspflichtigen Personen aus dem Jahre 2025. In Anlehnung an die Ergebnisse der Befragung zeigt diese Studie mehrere Synergieeffekte auf, indem sie veranschaulicht, dass Unternehmen (1) neben der Erfüllung ihrer gesetzlichen Pflicht einer digitalen Barrierefreiheit nach außen gegenüber ihren potenziellen Kundinnen und Kunden zahlreiche wirtschaftliche Vorteile entstehen können und sie (2) gut beraten sind, die Vorgaben einer digitalen Barrierefreiheit einen Schritt weiter zu denken, indem sie diese auch nach innen innerhalb der eigenen Organisation und gegenüber ihren (potenziellen) Beschäftigten umsetzen. Menschen mit Behinderungen berichteten nicht deutlich häufiger als nichtbehinderte Menschen, dass sie im Berufsalltag digitalen Barrieren begegnen. Mit Blick darauf, dass die eingeschätzte Wichtigkeit einer digitalen Barrierefreiheit mit abnehmendem Alter steigt und jüngere Generationen mehr digitale Barrieren wahrnehmen, zeigt sich ausgehend von den Ergebnissen dieser Studie vor allem eines: Auch wenn die rechtlichen Vorgaben innerhalb des BFSGs in erster Linie zum Ziel haben, die digitale Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, sind digitale Barrieren und das mit ihnen verbundene Thema der digitalen Barrierefreiheit mehr eine Frage des Alters als der Behinderung.

Das Vorantreiben einer digitaler Barrierefreiheit nach innen und außen wiederum lässt sich als unternehmerischer Wettbewerbsfaktor für die Förderung zukunftsträchtiger digitaler Kompetenzen sowie mit Blick auf die Herausforderungen des demographischen Wandels, bestehend vor allem in einer alternden Belegschaft sowie einem zunehmend knappen Fachkräftemarkt, nutzen.

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Warum der Abbau digitaler Barrieren Unternehmen und Arbeitnehmenden nutzt
Hannah Milena Seichter / Philipp Johann Trögeler / Dominik Evcimen IW-Report Nr. 60 21. November 2025

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