Das Arbeitskampfvolumen – die Anzahl der durch Streiks und Aussperrungen verlorenen Arbeitstage – hat in Deutschland von einem niedrigen Niveau ausgehend zugenommen.
Arbeitskämpfe im Wandel: Deutschland im OECD-Ländervergleich
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Das Arbeitskampfvolumen – die Anzahl der durch Streiks und Aussperrungen verlorenen Arbeitstage – hat in Deutschland von einem niedrigen Niveau ausgehend zugenommen.
In den 2000er Jahren fielen jahresdurchschnittlich fünf Tage je 1.000 Beschäftigte aus, in den 2010er Jahren sieben und zwischen 2020 und 2024 zehn. In der Mehrzahl von 25 untersuchten OECD-Ländern ist das Arbeitskampfvolumen hingegen rückläufig. In einigen Ländern gab es weniger Ausstände, in anderen gab es weniger Streikteilnehmer oder die Arbeit wurde kürzer niedergelegt. Dennoch gehört Deutschland nach wie vor zu den OECD-Ländern mit den stabilsten Arbeitsbeziehungen. In Finnland, Kanada, den USA und im Vereinigten Königreich lässt sich seit 2020 ein auffälliger Anstieg der Ausfalltage beobachten. Ob dies eine allgemeine Trendwende anzeigt, ist offen. Da die Verteilungskonflikte infolge einer höheren Inflation härter wurden, dürfte sich dieser Effekt im Zuge des Inflationsrückgangs abschwächen. Denkbar ist aber, dass sich Transformationskonflikte entwickeln.
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IW