Deutlicher Rückgang an Ausbildungsstellen und Bewerbern im Vergleich zum Vorjahresmonat

Zwischen Oktober 2019 und Juni 2020 wurden bundesweit rund 482.000 Ausbildungsstellen gemeldet. Demgegenüber haben sich etwa 417.000 Bewerber bei der Bundesagentur für Arbeit registriert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2019 zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Ausbildungsstellen. Während bei den gemeldeten Ausbildungsbewerbern schon länger ein rückläufiger Trend zu beobachten ist, kommt es bei den Ausbildungsstellen erstmals seit 2013 zu einem Rückgang. Ein Teil des Rückganges ist auf den konjunkturellen Abschwung des letzten Jahres zurückzuführen, ein anderer Teil auf die Einschränkungen durch die Corona-Krise.

Seit Beginn der Corona-Krise wurden weniger Ausbildungsstellen neu ausgeschrieben, leichte Erholung im Juni

Der Blick auf die ersten Monate des Jahres erlaubt Rückschlüsse auf die Auswirkungen der Corona-Krise. Im April 2020 wurden nur knapp 8.000 neue Ausbildungsstellen ausgeschrieben, während es im Vorjahr mehr als doppelt so viele waren. Eine ähnliche Tendenz zeigte sich im Mai. Im Juni war die Zahl der neu gemeldeten Stellen hingegen wieder höher und bewegt sich auf dem Niveau der Vorjahre. Der starke Einbruch der Vormonate scheint damit im Juni gestoppt, allerdings ist auch noch nicht zu beobachten, dass die nicht ausgeschriebenen Stellen aus den beiden Vormonaten jetzt nachträglich gemeldet werden.

Berufsgruppen unterschiedlich betroffen

Auch wenn insgesamt weniger Ausbildungsstellen ausgeschrieben wurden als im Vorjahr, gibt es auch gegenläufige Entwicklungen. Ein Plus an Stellen konnte beispielsweise in der Berufsgruppe Tiefbau verzeichnet werden. Auch in Berufsgruppen wie der Ver- und Entsorgung oder im Verkauf wurden nur minimal weniger Stellen ausgeschrieben. Unter den Berufsgruppen mit einem stark rückläufigen Angebot an Ausbildungsplätzen finden sich einige, die besonders von Schließungen während der Corona-Pandemie betroffen waren. Dazu gehören die Berufsbereiche Gastronomie und Körperpflege. Zwar gab es in diesen Bereichen bereits in den letzten Jahren einen Rückgang an Ausbildungsstellen, der prozentuale Rückgang fiel im Juni allerdings überproportional stark aus.

Digitale Rekrutierung und digitale Bildung können zur Aufrechterhaltung der Ausbildung beitragen

Auch während der Corona-Maßnahmen kann die Rekrutierung neuer Mitarbeiter gelingen. Das KOFA-Thema des Monats Mai gibt Tipps, worauf dabei zu achten ist. Zudem finden Sie im KOFA-Dossier zum Thema Corona Informationen dazu, worauf es bei der Ausbildung während der Corona-Krise ankommt. Auch die Allianz für Aus- und Weiterbildung setzt sich für die Stärkung der digitalen Berufsorientierung ein und stellt Informationen bereit. Digitale Lernmöglichkeiten und die Ausbildung im Verbund mit anderen Unternehmen ermöglichen auch im kommenden Ausbildungsjahr eine vollständige Abdeckung der Ausbildungsinhalte.