Besonders auffällig ist die Verschiebung zwischen den Altersgruppen. Bei den 35-44-Jährigen ist die Quote zwischen 2010 und 2017 um 5 Prozentpunkte gefallen, bei der Gruppe der über 65-Jährigen dagegen um 5 Prozentpunkte gestiegen. Außerdem ist zum Beispiel bei Selbständigen die Wohneigentumsquote gestiegen, bei Beamten ist sie dagegen rückläufig.

Darüber hinaus zeigt die Untersuchung auch, dass die Zahl der Ersterwerber rückläufig ist. Zwischen 1998 und 2002 lag die Zahl der Ersterwerber noch auf einem Niveau von rund 700.000 Haushalten jährlich, in den Jahren 2016 und 2017 waren es dann jeweils weniger als 400.000 Haushalte, was etwa 1 Prozent aller Haushalte entspricht. Typischerweise steigern Ersterwerber mit dem Wohneigentumserwerb ihren Wohnflächenkonsum, was u. a. mit einer steigenden Kinderzahl nach dem Einzug zusammenhängt.

Wohneigentum ist angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen attraktiv. Die niedrigen Zinsen erlauben vielfach moderate Belastungen während der Erwerbsphase, hinzu kommt der gestiegene Altersvorsorgebedarf. Dass dennoch so wenig Menschen die Chancen der Wohneigentumsbildung ergreifen, hängt mutmaßlich mit Zugangsbarrieren aufgrund hoher Kapitalbedarfe zusammen. Um diese zu überwinden, sollte die Politik verstärkt Ideen aus dem Ausland aufgreifen, die oft sehr effektiv sind, anders als das Baukindergeld, die öffentlichen Haushalte aber deutlich weniger belasten.