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Gutachten 30. September 2026 Michael Voigtländer / Christian Oberst / Philipp Deschermeier MLP Studentenwohnreport 2026

Bezahlbarer Wohnraum bleibt für Studierende auch 2026 knapp. Zwar steigen die Mieten an den untersuchten Hochschulstandorten nicht mehr so stark wie in den Vorjahren, eine echte Entspannung ist daraus aber nicht abzuleiten.

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MLP Studentenwohnreport 2026
Gutachten 30. September 2026 Michael Voigtländer / Christian Oberst / Philipp Deschermeier

MLP Studentenwohnreport 2026

Gutachten im Auftrag der MLP Finanzberatung SE

Michael Voigtländer / Christian Oberst / Philipp Deschermeier Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Bezahlbarer Wohnraum bleibt für Studierende auch 2026 knapp. Zwar steigen die Mieten an den untersuchten Hochschulstandorten nicht mehr so stark wie in den Vorjahren, eine echte Entspannung ist daraus aber nicht abzuleiten.

Die Belastung bleibt hoch, neue Angebote kommen nur langsam auf den Markt, und der demografische Ausblick spricht dafür, dass der Druck nach einer vorübergehenden Delle wieder zunimmt. Studentisches Wohnen ist also nach wie vor eine Dauerbaustelle – mit Folgen für Studierende, Hochschulen, Städte und die Bildungspolitik.

An den 38 untersuchten Hochschulstandorten stiegen die qualitäts- und lagebereinigten Mieten im vergangenen Jahr im Durchschnitt um 2,6 Prozent. Über drei Jahre betrachtet liegt der jährliche Anstieg bei 4,0 Prozent. Besonders betroffen sind kleine Wohnungen: Sie verteuerten sich auf Dreijahressicht im Schnitt um 4,5 Prozent pro Jahr, WG-Zimmer um 3,6 Prozent pro Jahr. Die Preissteigerungen der vergangenen Jahre haben sich vielerorts in einem hohen Preisniveau verfestigt. Besonders groß bleibt die Spanne zwischen den Standorten: In München kostet die studentische Musterwohnung rund 880 Euro warm, in Chemnitz rund 280 Euro. An zahlreichen Hochschulstandorten liegen kleine Wohnungen inzwischen bei rund 600 Euro und mehr; viele ostdeutsche Städte bleiben dagegen vergleichsweise günstig.

Wie weit Studienfinanzierung und Wohnrealität auseinanderliegen, zeigt der Blick auf das BAföG: Die Wohnkostenpauschale von 380 Euro reicht nur noch an einem der betrachteten Standorte aus, um die Warmmiete der studentischen Musterwohnung zu decken – in Chemnitz. Gleichzeitig geben Studierende mit eigenem Haushalt laut Statistischem Bundesamt bundesweit mehr als die Hälfte ihres verfügbaren Einkommens für Wohnen aus. Das kann sich auf unterschiedliche Weise auf die Lebens- und Wohnsituation von Studierenden auswirken: mehr Erwerbsarbeit neben dem Studium, längere Wege, längeres Wohnen im Elternhaus oder Kompromisse bei Größe, Lage und Wohnform. Der Wohnungsmarkt wird damit zu einem Faktor, der Studienbedingungen spürbar mitbestimmt und mittlerweile auch ein bildungspolitisches Problem darstellt. Ein Ausweichen auf günstigere Hochschulsandorte in Ostdeutschland oder im Ruhrgebiet ist hingegen bislang nicht eindeutig und allenfalls in begrenzten Umfang zu beobachten.

Das diesjährige Sonderthema blickt auf die Entwicklung der Studierendenzahlen bis 2040. Nach einem zwischenzeitlichen geringfügigen Rückgang ist mittelfristig wieder mit mehr Nachfrage nach studentischem Wohnraum zu rechnen. Für angespannte Hochschulstandorte bedeutet das: Der aktuelle Druck dürfte nicht von allein nachlassen. Damit wird bezahlbarer Wohnraum selbst zum Wettbewerbsfaktor: Hochschulstandorte müssen künftig nicht nur mit ihrem Studienangebot überzeugen, sondern auch mit der Frage, ob Studierende sich ein Leben vor Ort überhaupt leisten können.

Insgesamt zeigt der Report: Die derzeit geringere Mietdynamik ist kein Wendepunkt. Solange Nachfrage, knappes Angebot und schwache Bautätigkeit zusammenkommen, bleibt der studentische Wohnungsmarkt angespannt. Bezahlbarer Wohnraum entscheidet damit zunehmend mit darüber, wer sich ein Studium leisten kann – und wo.
 

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Gutachten 30. September 2026 Michael Voigtländer / Christian Oberst / Philipp Deschermeier

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Michael Voigtländer / Christian Oberst / Philipp Deschermeier Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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