In dieser Studie wird explizit eine bildungsökonomische Sichtweise eingenommen. Die Ergebnisse der Studie sind vor diesem Hintergrund zu interpretieren und einzuordnen. Es steht folglich im Fokus, welchen Beitrag das Bildungssystem leistet, um den Wohlstand zu sichern, Aufstiegsmöglichkeiten für den Einzelnen zu schaffen und Teilhabe zu gewährleisten.

Das Bildungssystem hat seit der ersten Veröffentlichung des Bildungsmonitors 2004 große Veränderungen und steigende Herausforderungen erfahren. Die Bedeutung von Bildung in der Wissensgesellschaft nimmt zu, was sich in steigenden Bildungsrenditen und einer engen Verbindung zwischen Bildungsabschlüssen und beruflichen Positionen zeigt (Breen/Müller, 2020). Die Schülerinnen und Schüler haben in internationalen Kompetenztests nur durchschnittlich abgeschnitten, der Verbesserungspfad von PISA 2000 bis PISA 2012 konnte dabei nicht weiter aufrechterhalten werden. Es besteht dabei ein in Deutschland stark ausgeprägter Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft der Kinder und Jugendlichen und ihren Bildungserfolgen und Kompetenzen. Dazu ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund stark angestiegen und betragt zwischen 34,6 Prozent (15-20-Jährige) und 40,4 Prozent (0-5-Jährige) (Statistisches Bundesamt, 2020d). Gerade beim Spracherwerb besteht für die Kinder und Jugendlichen eine zusätzliche Herausforderung für eine erfolgreiche Bildungskarriere und den späteren Arbeitsmarkterfolg (Anger/Geis-Thöne, 2018).