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IW-Kurzbericht Nr. 99 11. Dezember 2025 Dominik Enste / Jennifer Potthoff 14 Milliarden Euro für den guten Zweck: Fast jeder zweite Deutsche spendet

Kinder- und Jugendhilfe, Tierschutz und Co.: Im Jahr 2024 haben mehr Menschen gespendet als im Vorjahr. Das nominale Spendenvolumen steigt um knapp 13 Prozent. Die durchschnittliche Spendenhöhe pro Spender liegt bei 415 Euro.

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IW-Kurzbericht 99/2025
IW-Kurzbericht Nr. 99 11. Dezember 2025 Dominik Enste / Jennifer Potthoff

14 Milliarden Euro für den guten Zweck: Fast jeder zweite Deutsche spendet

Dominik Enste / Jennifer Potthoff Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Kinder- und Jugendhilfe, Tierschutz und Co.: Im Jahr 2024 haben mehr Menschen gespendet als im Vorjahr. Das nominale Spendenvolumen steigt um knapp 13 Prozent. Die durchschnittliche Spendenhöhe pro Spender liegt bei 415 Euro.

Aber die Spendenbereitschaft und -höhe variiert regional stark – während Baden-Württemberg, Bayern und Hessen an der Spitze liegen, sind die Beträge in Ostdeutschland und strukturschwächeren Regionen deutlich geringer. 

Fast 13 Prozent mehr Spenden

Die Advents- und Weihnachtszeit ist nicht nur für den Einzel- und Versandhandel, sondern traditionell auch für viele gemeinnützige Organisationen die wichtigste Zeit des Jahres. Neben Ausgaben für Geschenke an die Liebsten, denken die Menschen in dieser Zeit auch an Bedürftige und spenden besonders viel.

Basierend auf einer repräsentative Bevölkerungsumfrage von Juni/Juli 2025 (siehe Datenkasten) spendeten nach eigenen Angaben fast 50 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, was gegenüber 2023 einen Anstieg von knapp 10 Prozent entspricht. Die rund 2,8 Millionen zusätzlichen Spenderinnen und Spendern zeigen, dass trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten die Bereitschaft, sich gesellschaftlich finanziell zu engagieren, steigt. Zugleich hat auch die durchschnittliche Spendenhöhe um gut 13 Euro auf durchschnittlich 415 Euro zugenommen. In Kombination mit der steigenden Zahl der Spenderinnen und Spender ergibt sich – basierend auf der Anzahl Erwachsener laut Zensus (2022) – ein Gesamtspendenvolumen von 14,06 Mrd. Euro, was einem Anstieg von fast 13 Prozent gegenüber 2023 (12,47 Mrd. Euro) entspricht. Das größere Spendenvolumen ist nicht nur auf eine größere Zahl an Gebenden, sondern auch auf mehr Großzügigkeit zurückzuführen, wobei nur Spenden bis zu maximal 30.000 Euro berücksichtigt wurden.

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Bundesländerranking: Große Unterschiede bei Spendenhöhe und Anteil der Spender

Ein Blick auf die Durchschnittswerte der Spenden zeigt jedoch, dass nicht überall in Deutschland gleich viel gespendet wird. Während der bundesweite Durchschnitt bei rund 415 Euro pro Spenderin oder Spender liegt, reicht die Spanne im Bundesländerdurchschnitt von 200 Euro in Sachsen-Anhalt bis knapp 569 Euro in Baden-Württemberg (Abbildung 1). Nach Baden-Württemberg folgen Bayern (501 Euro) und Hessen (489 Euro) an der Spitze der Spendenhöhe. Diese Länder zeichnen sich durch eine starke Wirtschaftskraft aus (Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2025). In der Mitte des Bundesländerrankings befinden sich Nordrhein-Westfalen (380 Euro), Schleswig-Holstein (373 Euro) und das Saarland (372 Euro). Am unteren Ende des Rankings liegen hingegen Sachsen-Anhalt (200 Euro), Rheinland-Pfalz (267 Euro) und Niedersachsen (268 Euro). In diesen Regionen ist das BIP pro Kopf geringer als im Bundesdurchschnitt, was – neben einer anderen Spendenneigung – die niedrigeren durchschnittlichen Spendenwerte zum Teil erklärt. Zugleich variiert auch der Anteil der Spender zwischen den Bundesländern stark zwischen 37,5 Prozent in Brandenburg und 64 Prozent in Hamburg (Abbildung 2). Sachsen-Anhalt (40 Prozent), Schleswig-Holstein und Thüringen (42 Prozent), Sachsen (45,7 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (47 Prozent) weisen mit Brandenburg den geringsten Anteil an Spendern auf. Im Mittelfeld liegen Niedersachsen und Rheinland-Pfalz (rund 48 Prozent), Nordrhein-Westfalen (48,9 Prozent) sowie Hessen und Baden-Württemberg (50 Prozent). Neben Hamburg gibt es in Bremen (60 Prozent), dem Saarland (56,7 Prozent) sowie in Berlin (53,4 Prozent) überdurchschnittlich viele Spenderinnen und Spender, gefolgt von Bayern. In absoluten Zahlen liegt NRW vor Bayern und Baden-Württemberg, was auf die Bevölkerungsdichte zurückzuführen ist.

Wofür und wem spenden?

Die wichtigsten Spendenzwecke waren laut Spendenmonitor (2025) die Behinderten- und Kranken, sowie die Kinder- und Jugendhilfe mit rund 30 Prozent. Tierschutz (24 Prozent) war im Jahr 2025 wichtiger als Sofort- und Nothilfe in Krisenregionen und Umwelt/Naturschutz mit jeweils 17 Prozent.

Die Bereitschaft zu spenden, hängt außerdem stark vom Vertrauen in die Organisationen ab, die um Unterstützung werben. Das Deutsche Spendensiegel (DZI, 2025) kennzeichnet seriöse Hilfsorganisationen, informiert über ihre Kostenstruktur und erleichtert Spenderinnen und Spendern die gezielte Auswahl vertrauenswürdiger Einrichtungen.

Ausblick: Die Frohe Botschaft

Insgesamt bleibt Deutschland eine spendenstarke Gesellschaft, wie auch andere Untersuchungen des Spendenverhaltens zeigen. So betont auch der Spendenmonitor 2025, dass etwa jeder Zweite spendet. Die deutlich geringere Spendensumme des Spendenmonitors von 6,3 Mrd. Euro erklärt sich daraus, dass dort nur Spenden bis zu einer Höhe von 1.500 Euro erfasst werden. Auch der Spendenmonitor schätzt, dass sich das Spendenvolumen um ca. 5 Prozent erhöhen wird. Dies ist angesichts der wirtschaftlichen Unwägbarkeiten und Krisensymptome innerhalb der deutschen Gesellschaft und Wirtschaft eine Frohe Botschaft zur Weihnachtszeit.

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IW-Kurzbericht Nr. 99 11. Dezember 2025 Dominik Enste / Jennifer Potthoff

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