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Externe Veröffentlichung 6. Juni 2025 Anika Jansen / Sarah Pierenkemper / Fabian Semsarha in Aus Politik und Zeitgeschichte Syrerinnen und Syrer auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Mit dem Sturz des Assad-Regimes entbrannte in der deutschen Öffentlichkeit eine lebhafte Debatte über die Rückkehr von Flüchtlingen nach Syrien. Die Frage, wie gut sich Syrerinnen und Syrer in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren, prägte die Diskussion maßgeblich.

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Syrerinnen und Syrer auf dem deutschen Arbeitsmarkt
Externe Veröffentlichung 6. Juni 2025 Anika Jansen / Sarah Pierenkemper / Fabian Semsarha in Aus Politik und Zeitgeschichte

Syrerinnen und Syrer auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Anika Jansen / Sarah Pierenkemper / Fabian Semsarha in Aus Politik und Zeitgeschichte Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mit dem Sturz des Assad-Regimes entbrannte in der deutschen Öffentlichkeit eine lebhafte Debatte über die Rückkehr von Flüchtlingen nach Syrien. Die Frage, wie gut sich Syrerinnen und Syrer in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren, prägte die Diskussion maßgeblich.

Der 2011 begonnene Bürgerkrieg in Syrien löste eine massive Fluchtbewegung aus, die dazu führte, dass heute rund eine Million Syrer:innen in Deutschland leben. Spätestens mit dem Sturz des Assad-Regimes Anfang Dezember 2024 entbrannte die öffentliche und politische Diskussion über den Verbleib der in Deutschland lebenden Syrer:innen. Die antizipierte Stabilisierung des Landes führte zu einer Rückkehrdebatte, die sich insbesondere um Fragen der Arbeitsmarktintegration drehte. So äußerte sich der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz bereits kurz nach dem Sturz Assads zu diesem Thema: „Wer hier arbeitet, wer gut integriert ist, der ist und bleibt in Deutschland willkommen.“Zur Auflösung der Fußnote[1] Zehn Jahre nach dem Hauptzuwanderungsjahr 2015 stellt sich daher die Frage: Wie ist es um das syrische Leben in Deutschland bestellt?

Anzahl und Aufenthaltsstatus

Nach Angaben des Ausländerzentralregisters lebten Ende 2023 insgesamt 972.460 Personen mit syrischer Staatsangehörigkeit in Deutschland, was einem Anteil von rund 1,2 Prozent an der Gesamtbevölkerung entspricht. Damit bilden syrische Staatsangehörige nach türkischen (1.548.095 Personen) und ukrainischen (1.239.705 Personen) die drittgrößte Gruppe von Ausländer:innen in Deutschland. Ihr Anteil an der ausländischen Bevölkerung beträgt rund sieben Prozent.Zur Auflösung der Fußnote[2]

Hinzu kommen die rund 160.000 Syrer:innen, die zwischen 2015 und 2023 eingebürgert wurden.Zur Auflösung der Fußnote[3] Voraussetzungen für eine Einbürgerung sind Sprachkenntnisse, ein gesicherter Lebensunterhalt und in der Regel ein Mindestaufenthalt von fünf Jahren, der durch besondere Integrationsleistungen auf drei Jahre verkürzt werden kann. Die meisten Menschen mit syrischer Einwanderungsgeschichte leben in Nordrhein-Westfalen (374.000 Personen beziehungsweise 29 Prozent). Rund elf Prozent leben in Niedersachsen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg (jeweils neun Prozent).Zur Auflösung der Fußnote[4]

Zum Stichtag 31. Dezember 2023 befanden sich von den rund eine Million Syrer:innen knapp 712.000 Schutzsuchende in Deutschland. Die übrigen gut 250.000 verfügen über Aufenthaltstitel wie eine Niederlassungserlaubnis, eine befristete Aufenthaltserlaubnis zur Erwerbstätigkeit oder Ausbildung oder eine befristete Aufenthaltserlaubnis aus familiären Gründen. Mit rund 624.000 Personen (88 Prozent) verfügt ein Großteil der Schutzsuchenden über einen anerkannten Schutzstatus. In den meisten Fällen wurde dieser im Rahmen des Flüchtlingsschutzes nach der Genfer Flüchtlingskonvention (279.000 Personen beziehungsweise 39 Prozent) oder als subsidiärer Schutz (240.000 beziehungsweise 34 Prozent) gewährt. Subsidiärer Schutz greift, wenn weder Flüchtlingsschutz noch Asylberechtigung gewährt werden kann, aber eine ernsthafte Bedrohung im Herkunftsland besteht. Rund 81.000 Personen (elf Prozent) haben einen offenen, also noch nicht entschiedenen Schutzstatus. Rund 7.000 Personen (ein Prozent) haben einen abgelehnten Schutzstatus. Gründe hierfür sind unter anderem ein negativer Asylbescheid oder der Verlust eines zuvor gewährten Schutzstatus. Von den rund 624.000 syrischen Schutzsuchenden mit anerkanntem Schutzstatus ist dieser in 90 Prozent der Fälle befristet.Zur Auflösung der Fußnote[5]

Der Großteil der syrischen Schutzsuchenden kam im Zuge der großen Fluchtbewegung in den Jahren 2014 bis 2016 nach Deutschland. Davor spielte die Zuwanderung aus Syrien für Deutschland eine untergeordnete Rolle. Im Laufe des Jahres 2016 ging die Zahl der in Deutschland ankommenden Schutzsuchenden zurück. Eine Entwicklung, die auf gezielte Maßnahmen zur Verringerung der Durchlässigkeit der EU-Außengrenzen zurückzuführen ist, etwa durch das Schließen der sogenannten Balkanroute und das EU-Türkei-Abkommen. Dennoch führt Syrien seit 2014 die Liste der zehn zugangsstärksten Staatsangehörigkeiten an.Zur Auflösung der Fußnote[6] Im Jahr 2024 beantragten 76.765 syrische Staatsangehörige Asyl in Deutschland. Damit entfiel 2024 jeder dritte in Deutschland gestellte Asylantrag auf syrische Staatsangehörige, die damit die größte Gruppe unter den insgesamt 213.499 Asylsuchenden bildeten.Zur Auflösung der Fußnote[7] Nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Bearbeitung der Asylanträge von Syrer:innen vorübergehend eingestellt.Zur Auflösung der Fußnote[8] Betroffen sind Medienberichten zufolge knapp 50.000 Anträge im Jahr 2024.Zur Auflösung der Fußnote[9] So lässt sich bisher nicht absehen, wie sich die Anzahl der syrischen Asylbewerbungen in den nächsten Jahren entwickeln wird.

Seit 2012 gab es aufgrund der Sicherheitslage vor Ort keine Abschiebungen nach Syrien. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Anfang 2025 startete ein freiwilliges Ausreiseprogramm der Bundesregierung für Syrer:innen in Deutschland, über das nach Medienberichten bis zum 16. Februar 2025 allerdings erst 40 Personen freiwillig in ihr Heimatland zurückgekehrt sind.Zur Auflösung der Fußnote[10]

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