1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Tempolimit: 77 Prozent der Autofahrer fahren langsamer als 130 km/h
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: GettyImages)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Thomas Puls / Jan Wendt Pressemitteilung 12. September 2021

Tempolimit: 77 Prozent der Autofahrer fahren langsamer als 130 km/h

Das Tempolimit erhitzt im Wahlkampf die Gemüter. Big-Data- und Verkehrsexperten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) haben Echtzeit-Daten von Autobahnabschnitten ohne Tempolimit ausgewertet. Das Ergebnis: Selbst nachts fahren die meisten langsamer als 130 km/h.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Ein bundeseinheitliches Tempolimit ist eines der größten verkehrspolitischen Streitthemen im Vorfeld der Wahl und spaltet die politischen Lager. Tatsächlich fahren auch auf Abschnitten ohne Tempolimit rund 77 Prozent der Autofahrer langsamer als 130 km/h, wie eine neue IW-Studie zeigt. Weitere zwölf Prozent fahren zwischen 130 und 140 km/h, und weniger als zwei Prozent fahren schneller als 160 km/h. Für die Studie haben die IW-Wissenschaftler über einen Zeitraum von rund vier Monaten Daten von Autobahnzählstellen an Abschnitten ohne Geschwindigkeitsbegrenzung in Nordrhein-Westfalen ausgewertet. Dabei wurden rund 1,2 Milliarden Fahrten auf 1.762 Fahrstreifen erfasst.

Auch nachts fahren nur gut vier Prozent schneller als 160 km/h

Erwartungsgemäß sind die meisten Autofahrer zwischen 15 und 18 Uhr unterwegs, in dieser Zeit fährt kaum jemand schnell: Gerade einmal rund ein Prozent der Fahrer ist schneller als 160 km/h. Ab 19 Uhr steigt der Anteil der Schnellfahrer deutlich, bleibt insgesamt aber sehr klein: Zwischen 22 und 4 Uhr fahren nur vier Prozent 160km/h oder schneller. „Die Zahlen zeigen, dass selbst bei freier Fahrt und nachts nur eine Minderheit sich mit maximalen Geschwindigkeiten wohlfühlt.“ 

Autobahnen besonders sicher

Die Diskussion um das Tempolimit ist inzwischen 50 Jahre alt: Bereits 1971 wollte der damalige Verkehrsminister maximal 100 Kilometer pro Stunde auf allen deutschen Straßen durchsetzen. Seitdem wird debattiert. Das Hauptargument für Tempolimits war über lange Zeit die Unfallgefahr. Allerdings sind die Autobahnen heute die sichersten Straßen in Deutschland. Von 2.719 Verkehrstoten im Jahr 2020 starben 317 Menschen auf der Autobahn, allerdings wird etwa jeder dritte Kilometer auf der Autobahn gefahren. Auch den CO2-Ausstoß dürfte das Tempolimit nicht entscheidend senken: Selbst bei einheitlichem Tempo 130 würden Modellen zufolge maximal zwei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Zum Vergleich: Die Bundesregierung plant bis 2030, im Verkehr an die 80 Millionen Tonnen einzusparen. „Die öffentlichen Erwartungen an ein Tempolimit sind nach 50 Jahren Debatte deutlich überzogen“, sagt IW-Verkehrsökonom Thomas Puls.  
 

PDF herunterladen
Schneller als 130 – Regel oder Ausnahme?
Thomas Puls / Jan Wendt IW-Kurzbericht Nr. 61 12. September 2021

Verkehr auf der Autobahn: Schneller als 130 – Regel oder Ausnahme?

PDF herunterladen Zitieren

Kopieren Sie die Informationen:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
LKW-Fahrer werden auch in Deutschland knapp
Alexander Burstedde IW-Kurzbericht Nr. 80 23. Oktober 2021

LKW-Fahrer werden auch in Deutschland knapp

Es gibt zu wenig Berufskraftfahrer im Güterverkehr. Das wird künftige Wirtschaftsaufschwünge bremsen. Aufgrund ihrer Altersstruktur dürfte der Fachkräftemangel bei LKW-Fahrern bald noch größer werden.

IW

Artikel lesen
Hanno Kempermann / Antonio Ardillo / Johannes Ewald / Manuel Fritsch / Oliver Koppel / Benedikt Müller / Thomas Potinecke / Benita Zink Gutachten 12. Oktober 2021

Wirtschaftliche Bedeutung regionaler Automobilnetzwerke in Deutschland

Die Unternehmen in der Automobilwirtschaft sehen sich durch die Dekarbonisierung und die digitale Transformation einem radikalen Wandel gegenüber. Die Elektrifizierung, Automatisierung und Vernetzung der Fahrzeuge rütteln an den Grundfesten einer der ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880