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Beim Rosenmontagsumzug werden traditionell die Mächtigen auf die Schippe genommen. (© Getty Images)
Pressemitteilung 9. Februar 2026 Marc Scheufen / Armin Mertens

Wirtschaftsfaktor Karneval: Drink doch eine met

Am Donnerstag startet der Straßenkarneval, der Jahr für Jahr Millionen anzieht. Trotz der mit 100 Tagen ungewöhnlich kurzen Session kann die Wirtschaft bundesweit mit Einnahmen von rund zwei Milliarden Euro rechnen, wie eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.

Die fünfte Jahreszeit erreicht ihren emotionalen und ökonomischen Höhepunkt zwischen Weiberfastnacht und Veilchendienstag. Während sich die Jecken auf den Straßen schunkelnd in den Armen liegen, klingeln bei Hoteliers, Wirten und Kostümgeschäften die Kassen. Bundesweit wird der Umsatz in diesem Jahr bei fast zwei Milliarden Euro liegen, wie eine neue Studie des IW zeigt. Mit 850 Millionen Euro Umsatz allein in Köln ist die rheinische Metropole auch das wirtschaftliche Herz des Karnevals. Insgesamt liegt der Umsatz mehr als 100 Millionen Euro unter dem des letzten Jahres – damals war die Session mit 115 Tagen 15 Tage länger als die diesjährige.

900 Millionen Euro Umsatz in der Gastronomie

Für Kölsch, Alt oder eine Meenzer Schobbe greifen die Jecken tief in die Taschen. Insgesamt fließen rund 900 Millionen Euro in die Gastronomie. Auch der Einzelhandel kann sich über kauffreudige Kunden freuen, die ihr Geld für Kostüme und Kamelle ausgeben. Rund 400 Millionen Euro Umsatz entstehen hier. Für Bus und Bahn geben Narren rund 290 Millionen Euro aus, für Übernachtungen rund 210 Millionen Euro. Weitere 162 Millionen Euro fließen in Tickets oder den Wagenbau.

Bei der Frage, welche westdeutsche Metropole denn nun die Karnevalshauptstadt ist, gibt ein Blick auf die Hotelpreise eine klare Antwort: In Köln kostet eine Übernachtung während der Hauptkarnevalstage im Schnitt fast 90 Euro mehr als im Vergleichszeitraum – ein Aufschlag von rund 66 Prozent. In Städten wie Bremen oder Rottweil steigen die Preise um mehr als zehn Prozent. In Düsseldorf und Mainz sinken sie dagegen leicht. Das liegt unter anderem daran, dass Düsseldorf und Mainz vor allem Besucher aus der Region anziehen, während Köln zahlreiche Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland verzeichnet.

Karneval schafft Abstand vom Krisenalltag

Seit jeher dienen die Karnevalstage dazu, vor der Fastenzeit noch einmal ausgelassen zu feiern. Für kurze Zeit gelten dann andere Regeln, Menschen verkleiden sich und die Mächtigen müssen Spott ertragen. „Karneval schafft für ein paar Tage Abstand von den schlechten Nachrichten und rückt das Gemeinsame in den Mittelpunkt“, sagt IW-Ökonom Marc Scheufen. „Das ist nicht nur gut für das eigene Wohlergehen, sondern auch für die Wirtschaft. Also: Drink doch eine met un brengk der Weetschaff op Toore!“ 
 

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Drink doch eine met
IW-Kurzbericht Nr. 8 9. Februar 2026 Marc Scheufen / Armin Mertens

Der Karneval als Wirtschaftsfaktor: Drink doch eine met

Marc Scheufen / Armin Mertens Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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