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Judith Niehues / Maximilian Stockhausen Pressemitteilung 29. Dezember 2021

Mit 3.700 Euro gehören Singles zu den einkommensreichsten zehn Prozent

Paare, die keine Kinder haben oder deren Kinder bereits ausgezogen sind und die keine Rentner sind, haben die besten Chancen zur Einkommensspitze zu zählen. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Ein Paar ohne Kinder gehört mit 5.550 Euro netto im Monat zum reichsten Zehntel.

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Was braucht es, um in Deutschland zu den berühmten oberen zehn Prozent zu gehören? Während die Frage, wer als reich gilt, oft für Diskussionen sorgt, lässt sich der Schwellenwert zu den einkommensreichsten zehn Prozent sehr gut beziffern. Demnach gehört ein Single ab einem monatlichen Nettoeinkommen von rund 3.700 Euro zum reichsten Zehntel. Ab einem Einkommen von 4.560 Euro dürfen sich Singles zu den reichsten fünf Prozent zählen – und ab 7.190 Euro sogar zum reichsten ein Prozent. Das ist das Ergebnis einer neuen IW-Studie, für die Ergebnisse aus der Langzeit-Haushaltsbefragung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) ausgewertet wurden, die neuesten detaillierten Einkommenszahlen stammen aus dem Jahr 2018. 

Zu zweit mit 5.550 Euro reichste zehn Prozent

Für Paare werden eigene Grenzen berechnet: Wer ohne Kinder im gleichen Haushalt lebt, gehört bei einem gemeinsamen Nettoeinkommen von 5.550 Euro zum reichsten Zehntel, ab einem Einkommen von 10.790 Euro zum reichsten ein Prozent der Gesellschaft. Die unterschiedlichen Grenzen ergeben sich aus der Annahme, dass das Leben günstiger wird, wenn man es teilt.

Von DINK(Y)s und HIKOs

Bundesweit machen Doppelverdiener-Paare ohne Kinder (gern auch DINK(Y)s genannt, Double Income, No Kids (Yet)) rund 4,6 Prozent der Haushalte aus. Weitere 9,3 Prozent der Deutschen sind noch nicht verrentet und leben als Paar zusammen, während die Kinder nicht mehr im gleichen Haushalt wohnen. Beide Gruppen sind in den oberen zehn Prozent überrepräsentiert: Hier werden 11,4 Prozent DINKYS und 17,2 Prozent HIKOs gezählt (High Income, Kids Out). Noch deutlicher lässt sich der Effekt bei den oberen fünf und dem obersten Prozent beobachten. Nicht-verrentete Paare, die noch keine Kinder haben oder deren Kinder nicht mehr im gleichen Haushalt leben, haben die besten Chancen, zur Einkommensspitze zu gehören. Alleinerziehende kommen im oberen Einkommensbereich hingegen nahezu nicht vor. 
Darüber hinaus beobachten die Forscher, dass sich die Einkommensgrenzen in den vergangenen Jahren nach oben verschoben haben: 2016 gehörte ein Single bereits mit 3.440 Euro netto im Monat zu den reichsten zehn Prozent. „Die nominale Einkommensgrenze zu den oberen zehn Prozent hat sich innerhalb von zwei Jahren um fast acht Prozent erhöht“, sagt IW-Ökonomin Judith Niehues. „Das mittlere Einkommen stieg jedoch mit knapp neun Prozent noch etwas stärker.“

Grundlage der Studie ist das SOEP, das seit 1984 erhoben wird und für das zurzeit rund 35.000 Personen aus 19.000 repräsentativen Haushalten befragt werden. Die aktuelle Befragungswelle stammt aus dem Jahr 2019 und enthält Einkommensdaten von 2018.  
 

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