Von den insgesamt 401 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland liegt der Landkreis München auf dem ersten Platz des IW-Regionalrankings, das sowohl die Wirtschaftsstruktur und den Arbeitsmarkt als auch die Lebensqualität untersucht hat. Der Landkreis liegt damit sogar noch vor der bayerischen Hauptstadt München. Die kreisfreie Stadt Coburg, ebenfalls in Bayern, rangiert knapp dahinter auf Platz drei. Das Ruhrgebiet schneidet insgesamt am schlechtesten ab: Vier der letzten zehn Plätze belegen kreisfreie Städte aus dem Ruhrgebiet: Oberhausen, Herne, Duisburg und das Schlusslicht Gelsenkirchen.

Ländliche Regionen besonders stark

Neben dem allgemeinen Wirtschaftsniveau wurde auch die Dynamik untersucht, also die Entwicklung der Landkreise. Auffällig ist, dass sich vor allem ländliche Regionen in den vergangenen Jahren stark verbessert haben. So liegt der Landkreis Mainz-Bingen in Sachen Dynamik mit Abstand auf dem ersten Platz. Viele neue und auch bereits ansässige Unternehmen sorgen dort für hohe Gewerbesteuereinnahmen. Die Stadt Suhl folgt auf dem zweiten Platz, gefolgt vom Landkreis München. Auch der Hochtaunuskreis und die Landkreise Tirschenreuth und Teltow-Fläming gehören zu den zehn dynamischsten Regionen in Deutschland. Oftmals sind es sogenannte Hidden Champions, also relativ unbekannte Marktführer, die den ländlichen Räumen zu mehr Wohlstand verhelfen. Die Kaufkraft liegt in den zehn stärksten ländlich gelegenen Regionen um rund sechs Prozent über dem deutschen Durchschnitt. 

Kraftzentren des Landes

Das verdeutlicht, wie wichtig eine starke lokale Wirtschaft für eine Region ist, um sich nachhaltig gut zu entwickeln. Der Landkreis München zum Beispiel profitiert von einer geringen Gewerbesteuer, niedriger Arbeitslosigkeit und vielen hochqualifizierten Fachkräften, etwa im Bereich wissensintensive Dienstleistungen. Außerdem ist die Beschäftigungsrate von Frauen überdurchschnittlich hoch. Erstmals ist mit dem Landkreis Dahme-Spreewald auch eine ostdeutsche Region in den Top-Ten des Regionalrankings. „Der gesamte Osten schneidet immer besser ab“, sagt Studienautor Hanno Kempermann.