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Zeige Bild in Lightbox Schienen werden repariert
Viele offene Stellen in Infrastrukturberufen können nicht besetzt werden. (© Gettyimages/ollo)
Pressemitteilung 24. September 2025 Alexander Burstedde / Thomas Puls / Jurek Tiedemann

Infrastruktur: 10.000 Bauplaner fehlen, um Sondervermögen umzusetzen

30 Milliarden Euro pro Jahr für Bauaufträge – so viel stellt das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) in den kommenden zwölf Jahren bereit. Doch allein für die Planung der Bauprojekte fehlen schon heute 10.000 Experten, wie aus einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht.

Deutschlands Infrastruktur ist marode. Mit dem Sondervermögen sollen in den kommenden Jahren Brücken repariert und Schultoiletten saniert werden. Doch bevor der erste Spatenstich erfolgen kann, müssen Projekte ausgeschrieben und vergeben werden. Nach IW-Berechnungen müssten die Vergabekapazitäten um rund zwei Drittel steigen, damit die Milliarden auf den Baustellen ankommen. Dafür mangelt es vielerorts jedoch an Personal. 

Tiefbau leidet unter Fachkräftemangel 

In Infrastrukturberufen übersteigt die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften das Angebot schon heute (Abbildung). Zwischen Juli 2024 und Juni 2025 betrug die Fachkräftelücke rund 69.000. Für das Sondervermögen sind zwei Berufsgruppen besonders relevant: 

  • Damit Bauprojekte umgesetzt werden können, sind vor allem Experten für die Planung wichtig: Doch allein bei Bauingenieuren, Prüfstatikern und Bauleitern sind 81 Prozent der offenen Stellen nicht besetzbar, weil es deutschlandweit keine passend qualifizierten Arbeitslosen gibt. Insgesamt fehlen 10.000 Bauplaner. Und die Zahl der Studienanfänger sinkt. Da sich diese Lücke mittelfristig nicht schließen lässt, bleibt nur, Vergabe und Regulierung radikal zu vereinfachen. 
     
  • Auch im Tiefbau ist die Lage angespannt: Um Straßen, Schienen und Brücken zu sanieren, müssten die Kapazitäten um etwa 18 Prozent steigen. Doch schon heute fehlen über 4.000 Tiefbau-Fachkräfte, vom Facharbeiter bis zum Tiefbau-Ingenieur. Auch hier können rechnerisch über 80 Prozent der Stellen nicht besetzt werden.  
     

Zuletzt half gegen den Fachkräftemangel in Bauberufen nur noch Zuwanderung aus den Ländern der EU-Osterweiterung. Diese Quelle versiegt aber zunehmend. Deswegen sollten Fach- und Vorarbeiter jetzt gezielt aus EU-Drittstaaten angeworben werden. 

Inflationsrisiko wächst 

Das Problem geht über die Fachkräftelücke hinaus: Wenn die Nachfrage nach Bauleistungen schneller steigt als die vorhandenen Kapazitäten, treibt das die Preise nach oben. Schon drei Prozentpunkte mehr Baukosten würden ausreichen, um 100 Milliarden Euro des Sondervermögens zu entwerten. Das bedeutet: Für das gleiche Geld könnte deutlich weniger gebaut werden. „Der Bund muss sich um mehr Fachkräfte kümmern und Bauen einfacher machen. Sonst werden durch Preissteigerungen Milliarden verpuffen“, sagt IW-Experte Alexander Burstedde. 

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Risiken für die Umsetzung des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität
IW-Report Nr. 42 24. September 2025 Alexander Burstedde / Thomas Puls / Jurek Tiedemann

Risiken für die Umsetzung des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität

Alexander Burstedde / Thomas Puls / Jurek Tiedemann Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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